Sonntag, 23. Januar 2022

Nationalspieler von Anpfiff Hoffenheim e.V. starteten erstmals bei Sitzvolleyball-EM

erstellt am Donnerstag, 16 November 2017
Spiel gegen Italien Spiel gegen Italien Foto: AIL

Trotz unglücklichem Los gelungene Teilnahme in Kroatien

Der Freitag, 10. November 2017, war ein guter Tag für die beiden deutschen Teams in Porec. Am Vormittag gewann das Damenteam mit einem glatten 3:0 gegen die Gastgeberinnen aus Kroatien und sicherte sich damit Platz 8 in der Gesamtwertung. Auch die deutschen Herren fuhren an diesem Tag einen Sieg gegen Serbien ein und holten sich am Samstag im letzten Platzierungsspiel Rang 5 bei den Europameisterschaften im Sitzvolleyball, die vom 4. bis 12. November in Porec/Kroatien stattfanden.

Von Anpfiff Hoffenheim e.V. starteten Ann-Cathrin Maier (Nussloch), Salome Hermann (Sinsheim), Claus Ellinger (Fellbach) und Magnus Fischer (Stuttgart) im Trikot der Nationalmannschaft. Für die meisten von ihnen war es die erste Teilnahme an einem internationalen Turnier. "Ich habe mich sehr drauf gefreut, Deutschland vertreten zu dürfen. Es ist großartig, auf so viele Sportler aus ganz Europa zu treffen und sich gegenseitig zu messen", so Ellinger.

Fischer beim Aufschlag. Bild: AIL

Standortbestimmung nach Umbruch

Dabei standen im Vorfeld einige Fragezeichen im Raum. Im Herrenteam gab es nach Rio 2016 einen Wechsel im Trainerteam, dazu beendeten langjährige Stammspieler ihre Karriere. Doch die neu formierte Mannschaft um Bundestrainer Michael Merten zeigte während des Turniers, dass sie weiterhin auf hohem internationalem Niveau mitspielen wollen und können: Das erste Gruppenspiel gewannen die Deutschen mit einem klaren 3:0 gegen die Türkei, bei dem auch die beiden Hoffenheimer Fischer und Ellinger zum Einsatz kamen. Die folgende Partie musste mit einem knappen 2:3 an die Ukraine abgegeben werden.

Das Losverfahren bescherte dem jungen Team dann den schwerstmöglichen Gegner fürs Viertelfinale: Den Weltmeister Bosnien-Herzegowina. Obwohl sich die Schützlinge von Merten immer wieder herankämpften und im dritten Durchgang schon auf Satzgewinn lauerten, mussten sie sich mit einem 0:3 gegen den Vize-Paralympicsieger geschlagen geben. In den Platzierungsspielen ließen sie nichts anbrennen und entschieden beide Partien für sich, so dass sie in der Gesamtwertung einen versöhnlichen fünften Platz belegen. "Das ist zwar nicht das erhoffte Ergebnis", so Fischer, "doch haben wir uns damit bereits jetzt für die Weltmeisterschaft im Juli 2018 in den Niederlanden qualifiziert und einen Schritt in die richtige Richtung getan."

Spiel gegen die Türkei - Bild: AIL

Damen mit drei späteren Medaillengewinnern in der Vorrundengruppe

Die deutschen Damen hatten in ihrer Vorrundengruppe die drei besten Teams Europas als Gegner und reisten mit reduziertem Kader nach Kroatien. "Leider fallen so kurz vor der EM verletzungsbedingt drei etablierte Stammspielerinnen aus, deshalb müssen unsere bisherigen Ersatzspielerinnen Verantwortung übernehmen. Mit diesen Topteams in der Gruppe wartet ein harter Brocken auf die Mädels," fasste Bundestrainer Mats Gerhard schon im Vorfeld zusammen.

Im ersten Duell gegen Italien spielten die Deutschen zwar zeitweise auf Augenhöhe mit, zeigten jedoch immer wieder Phasen der Nervosität und konnten das Match nicht für sich entscheiden. Am selben Tag traten sie auch gegen die Nachbarn aus den Niederlanden an und beendeten diese Partie ebenfalls unglücklich mit einem 0:3.

Punktgewinn gegen die Ukraine - Bild: AIL

Am Tag darauf trafen sie auf den Europameister Ukraine, spielten aber frei auf und ärgerten die Osteuropäerinnen immer wieder. Punkt für Punkt kamen die Damen um Gerhard an den Favoriten heran und zeigten enormen Kampfgeist. Leider reichte es nicht für einen Satzgewinn und auch am Folgetag ließ der Sieg auf sich warten, da der Gegner kein geringerer als der spätere Europameister Russland war.

Der Spielplan sah nur noch ein Platzierungsspiel gegen den Gastgeber Kroatien vor. Die deutschen Damen zeigten von Beginn an, dass sie dieses Match für sich entscheiden wollten und gewannen deutlich mit 3:0. "Für mich war es die erste EM und ich bin glücklich, dass wir unser Minimalziel, den 8. Platz, erreicht haben", freut sich Ann-Cathrin Maier. Auch Hermann zeigt sich zufrieden: "Wir sind personell nicht wie geplant aufgestellt gewesen und mussten während des Turniers auf neuen Positionen spielen. Trotzdem haben wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert und wollen in Zukunft wieder weiter oben mit angreifen."

Europameister wurden bei den Damen wie auch bei den Herren die Teams aus Russland, gefolgt von den ukrainischen Teams. Bronze holten sich bei den Damen die Niederländerinnen und bei den Herren die Mannschaft aus Bosnien-Herzegowina.


(geschrieben von Salome Hermann)

Pressemitteilung Anpfiff ins Leben e.V.

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 16 November 2017