Freitag, 12. August 2022

Ein Tennisfest auf der anderen Rheinseite - Grün-Weiß Mannheim schlägt BASF Ludwigshafen mit 4:2

erstellt am Montag, 04 Juli 2022
Ein Tennisfest auf der anderen Rheinseite - Grün-Weiß Mannheim schlägt BASF Ludwigshafen mit 4:2 AS Sportfoto

sport-kurier. Es war ein Fest für den Tennissport, was sich da am Sonntag auf der Anlage des TC BASF Ludwigshafen abgespielt hat.

Beim Aufsteiger in die Tennis Bundesliga war der TK Grün-Weiß Mannheim zu Gast, der sich die letzten 3 deutschen Meisterschaften gesichert hatte. Und so eine Mannschaft will natürlich jeder schlagen. Auch die Vorderpfälzer probierten das - und zwar mit einer Aufstellung, die es in sich hatte.

An Position eins stand der Serbe Filip Krajinovic, der in der Weltrangliste an Position 31 geführt wird. Auf den Plätzen 2 bis 4 folgten Zsombor Piros (ATP 175) aus Ungarn, Duje Ajdukovic (ATP 245) aus Kroatien und der Portugiese Joao Domingues (ATP 319). Gemeinsam hatten alle eines: Sie fühlen sich auf der roten Asche sehr wohl und können jedem Gegner das Leben schwer machen. Auch Grün-Weiß musste beißen, setzte sich am Ende aber mit 4:2 durch.

Das Fazit von Mannheims Teammanager Gerald Marzenell fiel dementsprechend positiv aus: "Es war ein unglaublicher Tennistag. Der Sieger war der Tennissport im Allgemeinen, dass wir dann am Ende noch gewonnen haben, macht das Ganze natürlich noch schöner", betonte er. Was er meinte ist klar: Über 2000 Zuschauer schauten den Cracks am Sonntag über die Schulter. Das war ein Ansturm, den man so bei BASF Ludwigshafen nicht kennt. Dafür haben sie ihre Sache aber sehr gut gemacht. Alles war perfekt organisiert.

BASF TC - GW Mannheim - Zsombor Piros (links, BASF TC) - Federico Delbonis (rechts, GW MA). AS Sportfoto

Ein spektakuläres Einzelmatch lieferte sich Maximilian Marterer (ATP 171) mit Domingues. Der Hoffenheim-Fan, der bereits seit Jahren für Grün-Weiß aufschlägt, sah zunächst wie der sichere Verlierer aus. Den ersten Satz verlor er mit 2:6 und auch im zweiten Durchgang lag er bereits mit 2:4 hinten. Sein Problem war aber nicht nur der Gegner, sondern auch die Umstellung von Rasen auf Sand. In der letzten Woche hatte Marterer noch in Wimbledon gespielt, wo die Bälle auf Gras viel schneller fliegen. Auf Sand ist das dann quasi wie ein anderer Sport. "Da musst du dich erst einmal drauf einstellen", sagte Marterer danach.

Glücklicherweise für Grün-Weiß hat er gerade noch rechtzeitig die Kurve gekriegt. Denn sein Einzelpunkt war am Ende ganz wichtig. Ohne seinen Sieg wäre man mit einem 1:3 in die letzten beiden Doppel gegangen und hätte somit maximal noch ein Unentschieden erreichen können.

Für die Doppel zog Marzenell dann noch ein weiteres Ass aus dem Ärmel. Er brachte Dominik Koepfer (ATP 117), der eigentlich auch im Einzel eine Bank ist, aber geschont wurde, weil er zuletzt länger verletzt war und gerade auf Sand in 2022 noch kein Match gespielt hatte.

Ein spektakuläres Einzelmatch lieferte sich Maximilian Marterer (Bild/ATP 171) mit Domingues.  Bild: AS Sportfoto.

Im Doppel war davon dann nichts mehr zu spüren. Koepfer schoss sich an der Seite von Marterer zu einem relativ ungefährdeten Sieg in zwei Sätzen. Mannheim war somit mit 3:2 vorne, hatte das Unentschieden schon sicher, wollte aber mehr: Also stürmten die Zuschauer alle rüber zum Spitzendoppel, das zeitgleich begonnen hatte, aber immer noch lief. Und das entwickelte sich zu einem echten Krimi. Für Mannheim standen Federico Delbonis aus Argentinien (ATP 84) und der Spanier Pedro Martinez (ATP 50) auf dem Court und die behielten den Durchblick. Sie gewannen hauchdünn zweimal im Tiebreak mit 7:6, 7:6 und ließen sich danach logischerweise feiern.

Die Statistik zum Derby: BASF Ludwigshafen - Grün-Weiss Mannheim 2:4, Einzel: Krajinovic - Martinez 6:2, 6:1; Piros - Delbonis 4:6, 2:6; Ajdukvovic - Zapata Miralles 6:4, 2:6, 11:9; Domingues - Marterer 6:2, 4:6, 6:10; Doppel: Krjinovic/Ajdukovic - Delbonis/Martinez 6:7 6:7; Piros/Domingues - Koepfer/Marterer 1:6, 6:7.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 04 Juli 2022