Freitag, 26. Februar 2021

Die Tennis-Gemeinde zieht vor Gericht - Das Hallenverbot soll rückgängig gemacht werden

erstellt am Samstag, 20 Februar 2021
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sport-kurier. Seit dem 18. Dezember herrscht in Baden-Württemberg ein striktes Tennisverbot in der Halle.

Die Ansteckungsgefahr sei zu groß während der Coronapandemie und somit müsse der weiße Sport eine Pause einlegen. So sieht es die Politik. Beim Badischen Tennis Verband (BTV) sieht man die Sache naturgemäß ganz anders. Und dafür hat man auch gute Argumente, denn Tennis ist eine der Sportarten, in denen der geforderte Mindestabstand problemlos eingehalten werden kann.

Mehrfach hatte man BTV deshalb in der jüngeren Vergangenheit schon überlegt juristisch gegen diesen Beschluss der Landesregierung vorzugehen. Da die Erfolgsaussichten aber eher als gering eingeschätzt wurden, ersparte man sich den juristischen Weg. Mittlerweile hat sich die Situation aber geändert. Dank der zuletzt sinkenden Inzidenzwerte dürften die Erfolgsaussichten vor Gericht steigen.

Dementsprechend hat man am Freitag Nägel mit Köpfen gemacht. Gemeinsam mit dem Württembergischen Tennis Verband (WTB) hat man beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim einen Eilantrag eingereicht. "Nachdem das Sozialministerium nicht auf unsere mehrmaligen Forderungen nach einer greifbaren Perspektive eingegangen ist, sahen wir uns dazu gezwungen, diesen Schritt zu gehen", erklärt WTB-Präsident Stefan Hofherr und stellt in einer Pressmitteilung weiter klar: "Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und den sinkenden Inzidenzwerten, hat der Eilantrag jetzt realistische Chancen. Wir tun dies vor allem mit Blick auf unsere Vereine, denen bei einer noch länger andauernden Schließung ihrer Hallen noch größere Schäden drohen als ohnehin schon vorhanden."

Fakt ist, dass der Inzidenzwert in einigen Landkreisen bereits unter der 35er Marke liegt. Zudem ist das Tennisspielen in Hessen weiterhin erlaubt, was viele Badener auch dazu veranlasst, sich ins Auto zu setzen und sich im benachbarten Südhessen in eine der vielen Hallen einzumieten - wir berichteten bereits ausführlich darüber. Wären die Hallen auch in Baden-Württemberg geöffnet, würde man diese Reisen, die von der Regierung als gefährlich eingestuft werden, unterbinden.

Auch Stefan Bitenc, der Präsident des BTV, plädiert für eine schnelle Öffnung der Tennishallen. "Tennis ist keine Kontaktsportart", betont er. Nun bleibt abzuwarten, wie das Gericht entscheiden wird. Es wäre jedenfalls nicht das erste Verbot, das in letzter Zeit einkassiert worden wäre.

 

 

Letzte Änderung am Samstag, 20 Februar 2021