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Faustball in Mannheim ++ Der TV 1880 Käfertal hält die Fahne hoch

erstellt am Montag, 05 August 2019
Gruppenbild mit dem Gegner aus Pfungstadt. Gruppenbild mit dem Gegner aus Pfungstadt. Bild: Neuberth

sport-kurier. Mit einem vierten Platz unter acht Mannschaften haben die Faustballer des TV Käfertal die Freiluftsaison in der Bundesliga Gruppe Süd gerade abgeschlossen.

So weit, so gut. Hätte der TVK den dritten Platz belegt, wäre das Team für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert gewesen.

Dort geht es im Duell mit den drei Erstplatzierten Mannschaften der Nordstaffel um den Titel. Ein Misserfolg war das Abschneiden der Käfertaler jedoch nicht, ganz im Gegenteil. "Es geht stetig nach oben", weiß Trainer Reinhold Goth, den sie alle nur "Leo" nennen. Im Jahr 2010 übernahm er das Team in der Verbandsliga und feierte seit dieser Zeit schon zwei Aufstiege. In der Verbandsliga spielt mittlerweile die zweite Mannschaft der Käfertaler.

Der vierte Platz der ersten Mannschaft wird aufgewertet, wenn man weiß, dass Goth seit neun Monaten mit Marcel Stoklasa verletzungsbedingt auf einen Nationalspieler verzichten muss. Auch Dominik Mondl, mit 36 Jahren der Kapitän und Senior des Teams, fiel wochenlang aus. Bis auf wenige Ausnahmen spielen nur Eigengewächse auf der Anlage in Käfertal-Süd, doch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der TVK als einziger Verein in Mannheim mit einer Faustballabteilung ein Nachwuchsproblem hat. Früher hatte jeder Verein in Mannheim eine Faustballabteilung und es wurde unter zehn bis zwölf Teams in der Gauliga eine Mannheimer Stadtmeisterschaft ausgespielt.

Nick Trinemeier in Aktion. Foto: Neuberth

Im Jahr 1920 wurde erstmalig in den Käfertaler Chroniken Faustball erwähnt. Glanzzeiten hatten die Käfertaler in den Sechziger- und Siebzigerjahren, zu dieser Zeit stellte man auch mehrere Akteure, die mindestens zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft gehörten. Auch die Jugend machte von sich reden. Die Deutsche Meisterschaft sicherte sich die A-Jugend im Jahr 1973, sechs Wochen zuvor war das Team Badischer Meister im Kunstturnen geworden wurde. Es steckte System dahinter, denn viele Faustballer kommen aus dem Turnbereich und spielten miteinander Faustball als Ausgleichssport.

Faustball ist über die Jahre eine Randsportart geworden, dabei hat das Spiel, welches entfernt an Volleyball erinnert, seine Reize. Eine Mannschaft besteht aus fünf Spielern, gewonnen hat, wer fünf Sätze für sich entscheidet. Elf Punkte benötigt man für den Satzgewinn, es müssen aber zwei Punkte Vorsprung sein. Der Aufschlag wechselt nach jedem Punkt und wird drei Meter hinter dem Netz ausgeführt. Nach drei Kontakten muss die gegnerische Mannschaft den Ball zurück ins Feld bringen, anders als beim Volleyball darf das Spielgerät aber vor jedem Kontakt einmal den Boden berühren.

Ein weiterer Unterschied ist, dass jedes Team seinen Aufschlagsspezialisten hat, der in der Regel alle Aufschläge ausführt. Etwa jeder zehnte der rund 800 Mitglieder gehört der Faustballabteilung des TVK an. Auch die Damen stellen eine Mannschaft in der höchsten Klasse, wurden als Aufsteiger diesmal aber nur Tabellenletzter. In der Halle waren die Käfertaler Herren in den letzten zwei Jahren sehr erfolgreich.

Im letzten Jahr durfte man trotz Platz 4 nach der Hauptrunde an der Endrunde teilnehmen, weil der Verein in der GBG-Halle das Finalturnier selbst veranstaltete. Heraus sprang eine Vizemeisterschaft. In diesem Jahr qualifizierte man sich sportlich für das Finale der besten sechs Teams aus Nord und Süd und kam immerhin in das Halbfinale. Für die bevorstehende Europameisterschaft in der Schweiz stellt der TVK mit Nick Trinemeier einen Auswahlspieler.

Noch ist Faustball das absolute Aushängeschild des TVK, doch seit einem Jahr hat der Verein als achte Abteilung eine Cricket-Mannschaft gebildet. Derzeit noch drittklassig, will diese Mannschaft, die hauptsächlich aus in der Region wohnhaften Indern besteht, so schnell wie möglich in die erste Liga aufsteigen.

 

Erschien auch in unserer Sport-Kurier Printausgabe Ende Juli 19.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 05 August 2019