Freitag, 19. Oktober 2018

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Gehts auch ohne Andy Schmid? ++ RNL 24:24 gegen den DHfK Leipzig

erstellt am Montag, 17 September 2018
Bastian Roschek gegen Andy Schmid / RNL - Rhein-Neckar Loewen vs. SC DHKF Leipzig, Saison 2018 / 2019. Bastian Roschek gegen Andy Schmid / RNL - Rhein-Neckar Loewen vs. SC DHKF Leipzig, Saison 2018 / 2019. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. 24:24 gegen den DHfK Leipzig.

So mancher Handball-Fan dürfte sich am Sonntagabend verwundert die Augen gerieben haben, als er das Ergebnis der Rhein-Neckar Löwen im Internet gecheckt hat. Doch wer in der SAP Arena war, der konnte den überraschenden Punktverlust schnell erklären.

Er hing gerade mit einem Spieler zusammen. Die Rede ist von Andy Schmid, dem Superstar der Löwen. Der Schweizer stand diesmal komplett neben sich, erzielte keinen einzigen Treffer selbst und gab auch sonst kaum Impulse. So kennt man ihn nicht. Doch sein Leistungstief war vorprogrammiert: Schmid ging geschwächt in die Partie. In den Tagen vor dem Duell hatte er mit einer Magen-Darm-Infektion zu kämpfen, die ihm noch immer sichtlich zu schaffen machte. Kraftlos wirkte er.

Dass Schmid trotzdem auflief und rund 50 Minuten auf dem Feld stand, zeigt, wie wichtig er für die Löwen ist. Schmid ist nicht zu ersetzen. Das ist einerseits schön und unterstreicht seinen Stellenwert, ist allerdings aber auch ein alarmierendes Signal. Denn es unterstricht, was viele Kritiker den Löwen vorwerfen. Ohne Schmid seien die Gelbhemden nur die Hälfte wert. Glücklicherweise ist Schmid so gut wie nie verletzt.

Nichtsdestotrotz tickt die Uhr für Schmid und vor allem eben auch für die Löwen. Der Familienvater ist mit seinen 35 Jahren nicht mehr der Jüngste und wird nicht mehr ewig auf diesem Topniveau Handball spielen können. Ein Plan B ist da ganz wichtig. Für Trainer Nikolaj Jacobsen ist sein Landsmann Mads Mensah die B-Lösung. Mensah hat auch schon in der dänischen Nationalmannschaft bewiesen, dass er die Fäden ziehen kann. Bei den Löwen hingegen so gut wie noch nie.

Steffen Faeth / RNL gegen alle - Rhein-Neckar Loewen vs. SC DHKF Leipzig. AS Sportfotos

Was damit zusammenhängt, dass Schmid immer spielt, aber wäre es nicht auch mal sinnvoll, Mensah Chancen auf der Mitte zu geben. Vielleicht gerade gegen Gegner, die nicht zum Besten gehören, was die Bundesliga zu bieten hat?
Mit Steffen Fäth, der vor der Saison aus Berlin zu den Löwen zurückgekehrt ist, hat man zudem einen weiteren Mann im Kader, der den Spielmacher geben kann. Der deutsche Nationalspieler beweist immer wieder, dass er neben seinen knallharten Würfen aus dem Rückraum auch das Auge für seine Mitspieler hat.

Kreisläufer Jannik Kohlbacher kennt er bestens aus gemeinsamen Zeiten bei der HSG Wetzlar. Beide verstehen sich fast schon blind am gegnerischen Kreis. Fäth ist für Jacobsen aber keine Mittelmann-Option. Der Coach hat ihn aus einem anderen Grund ins Badische gelotst - wegen seinem starken rechten Arm.

Ohnehin fällt es schwer, Jacobsen in seine taktische Marschroute hinein zu reden, dazu war der im Sommer scheidende Trainer bislang zu erfolgreich. Er hat aus den Titellosen wahre Titelhamster gemacht. Am Sonntag war aber auch er mächtig geknickt: "Vorne hatten wir heute wirklich große Probleme. Uns hat fast über die komplette Spielzeit die Durchschlagskraft gefehlt", betonte Jacobsen. "Das war sicherlich nicht das von uns, was wir uns alle vorgestellt hatten."

Doch bei all dem Frust über den verpassten Sieg, am Ende konnte man dem Unentschieden sogar noch etwas gutes abgewinnen: Die Löwen haben an einem ganz schlechten Tag trotzdem noch einen Zähler gerettet. Danach sah es nämlich fast schon gar nicht mehr aus. Mensah erzielte den 24. Löwen-Treffer erst vier Sekunden vor der Schluss-Sirene.

Löwen: Appelgren, Palicka - Schmid, Lipovina, Sigurdsson, Radivojevic, Tollbring (5/2), Abutovic, Mensah (3), Fäth (4), Groetzki (4), Taleski, Guardiola, Petersson (3), Nielsen, Kohlbacher (5).
Leipzig: Putera, Villadsen - Semper (4), Wiesmach (4/2), Jurdzs, Baumgärtel, Binder, Janke, Pieczkowski (5), Roscheck, Weber (4), Hellmann, Gebala, Milosevic (2), Santos (5).

 

 

Letzte Änderung am Montag, 17 September 2018

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