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Es geht auch mal ohne Andy Schmid - Bei den Rhein-Neckar Löwen werden im Saisonendspurt wichtige Erkenntnisse gesammelt

erstellt am Donnerstag, 16 Mai 2019
Andy Schmid in Aktion. Andy Schmid in Aktion. AS Sportfotos

sport-kurier. Für die Rhein-Neckar Löwen geht es seit ein paar Wochen bekanntlich um nichts mehr.

Der Bundesligist im deutschen Handball befindet sich quasi im Auslaufen. Das einzige Ziel, dass die Gelbhemden noch haben, ist es, den 3. Platz zu halten.

Der bringt zwar keine wirklichen Vorzüge mit sich, weil auch er nicht zum Start in der Champions League berechtigt. Dazu müsste man auf einem der ersten beiden Plätze einchecken, die sind allerdings außer Reichweite. Aber Platz 3 wäre gut fürs Prestige.

Viele Mannschaften lassen sich in so einer Phase eher hängen, lassen die Saison gemächlich austrudeln und sind gedanklich schon in der neuen Saison. Bei den Löwen ist genau das Gegenteil der Fall. Das Team des scheidenden Trainers Nikolaj Jacobsen gibt nach wie vor Gas und eilt von Sieg zu Sieg.

Phasenweise spielt man sogar deutlich besser als noch vor ein paar Wochen, als man noch um Titel mitgespielt hat. Das liegt zum einen sicher auch ein Stück weit daran, dass der Druck weg ist und zum anderen daran, dass ohne die kräftezehrenden Partien in der Champions League deutlich mehr Zeit zur Regeneration zwischen den Spielen bleibt.

Am vergangenen Sonntag gelang nun gar ein Kunststück, das viele eigentlich für unmöglich gehalten haben: Denn der 26:23 Auswärtssieg in Melsungen, einem Topteam der Bundesliga, gelang nahezu komplett ohne Spielmacher Andy Schmid. Der Kapitän, der seit Wochen angeschlagen ist, wurde von Trainer Nikolaj Jacobsen bereits früh vom Feld genommen.

Eine Situation, die es so in den letzten Jahren eigentlich nie gab. Verletzt war der Schweizer nie, also stand er immer auf dem Parkett. Allein der Gedanke an ein Fehlen des „Chefs“ glich für viele einem absoluten Horrorszenario.

Und das unbegründet wie sich in Melsungen zeigte. Da sprang Mads Mensah Larsen auf der Mittelposition ein und zog die Fäden. Dass er das nicht schlecht macht, hat er auch schon häufiger in der dänischen Nationalmannschaft bewiesen. Ihn jetzt als Konkurrenten von Schmid auszumachen, der ihm künftig seinen Platz streitig machen könnte, wäre Blödsinn. Schmid ist und bleibt die Nummer eins. Die wäre er bei fast jedem Handball-Verein auf diesem Planeten.

Mut macht diese Erkenntnis trotzdem. Sie verdeutlicht, dass man einen verletzungsbedingten Ausfall von Schmid eben doch kompensieren könnte – und macht die Löwen zugleich weniger leicht auszurechnen. Man könnte in der neuen Saison auch während eines Spiels einfach mal zwischen beiden Spielmachern hin und her switchen und den Gegner somit vor neue Probleme stellen.

Allerdings hätte man aus Sicht vieler Experte sogar noch eine 3. Variante auf Lager. Steffen Fäth, der deutsche Nationalspieler im Löwen-Dress, hat bei seinen vorherigen Stationen auch schon bewiesen, dass er auf der zentralen Schaltposition seine Stärken hat.

Dies alles umzusetzen, liegt bald in den Händen von Kristjan Andresson. Der Isländer wird im Sommer Nikolaj Jacobsen beerben. Dass er taktisch einiges drauf hat, konnte er mit der schwedischen Nationalmannschaft unter Beweis stellen, die er Januar 2018 bis ins Finale der Europameisterschaft in Kroatien geführt hatte.

 

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 16 Mai 2019

Handball