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Ein Sieg, der Hoffnung macht - Die Löwen haben in der Champions League das Viertelfinale im Visier

erstellt am Freitag, 22 März 2019
Ein Sieg, der Hoffnung macht - Die Löwen haben in der Champions League das Viertelfinale im Visier Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Nikolaj Jacobsen hatte bzw. hat bei den Rhein-Neckar Löwen eine großartige Zeit.

Als er 2014 als Trainer beim badischen Handball-Spitzenclub anheuerte, waren die Löwen noch die Titellosen. Von halb Handball-Deutschland wurden sie dafür belächelt, denn in der Vor-Jacobsen-Zeit wurde teilweise richtig viel Geld in die Hand genommen. Der Erfolg in Form von Titeln blieb dennoch aus.

Unter Jacobsen wurden die dann geholt. Zwei Meisterschaften und ein Sieg im DHB Pokal sicherte der Däne den Gelbhemden. Auch mit der Art und Weise, wie die Titel geholt wurden, erregte man Aufsehen. Jacobsen steht für attraktiven Handball mit System.

Im Sommer 2019 ist nun Schluss für ihn bei den Löwen. Und sein letztes Jahr droht ohne Titel zu enden. In der Meisterschaft ist man abgeschlagen, im Pokal ausgeschieden, bleibt noch die Champions League. Dort stehen die Löwen im Achtelfinale, wo es gegen den letztjährigen Königsklassen-Finalisten Nantes geht. Große Chancen aufs Weiterkommen räumten den Löwen nur die wenigsten ein.

Doch mittlerweile hat sich der Wind etwas gedreht. Denn die Löwen gewannen das Hinspiel zuhause mit 34:32, was natürlich kein Traumergebnis ist, aber dennoch alle Chancen offen lässt und ganz wichtig: eben auch verdeutlicht, dass die Löwen sehr wohl das Zeug dazu haben, immer noch mit den besten Mannschaften auf dem Handball-Planeten mitzuhalten. Insbesondere dann, wenn man den Heimauftritt gegen Nantes gesehen hat. Nach der Pause zeigten die Löwen eine Leistung wie schon lange noch mehr.

Im Angriff lief es richtig gut. Kapitän Andy Schmid traf 8 mal, Kreisläufer Jannik Kohlbacher sogar 11 mal. Die Achse Schmid-Kohlbacher harmonierte prächtig und auch das Comeback von Steffen Fäth verlief imponierend. Seit der Weltmeisterschaft im Januar hatte der Rechtshänder wegen starken Schmerzen in der Hüfte kein Spiel mehr bestritten und glänzte sofort wieder mit guten Ideen und 2 wichtigen Toren.

Doch bei all der Freude über den Heimsieg, wunschlos glücklich war danach im Lager der Löwen niemand. Denn letztlich fiel der Sieg zu knapp aus. Rund 5 Minuten vor Schluss lagen die Löwen mit 5 Toren vorne, wurden in der Schlussphase aber nochmals kalt erwischt.

Neu ist das nicht in dieser Saison. Teilweise - unter anderem auch beim Pokal-Aus in Berlin - wirkt es fast so, als ob in der Schlussphase jemand den Stecker bei den Löwen zieht. Dann fehlt plötzlich die letzte Entschlossenheit und man driftet in eine Art Verwaltungsmodus ab. Im Fußball ist das noch vertretbar, im Handball, einem Spiel, in dem innerhalb von ein paar Sekunden ganze Partien kippen können, ist das der falsche Weg. Jedoch muss an den Löwen dieses Mal auch zugute halten, dass sie in der Endphase von den Schiedsrichtern klar benachteiligt wurden.

Jammern hilft aber jetzt auch nicht weiter, es gilt vielmehr die Leistung aus dem Hinspiel zu stabilisieren und über die kompletten 60 Minuten abzurufen. Ganz wichtig wird auch sein, das die Abwehr am 30. März in Nantes besser steht. Sie war in der SAP Arena das Sorgenkind.

Gut für die Löwen ist, dass sie ihre Akkus in den nächsten Tagen aufladen können, denn das nächste Spiel steigt erst am Donnerstag in Gummersbach. Schlecht ist, dass keine 2 Tage später schon wieder der Kraftakt in Nantes ansteht. Folglich wird es direkt von Gummersbach nach Nantes gehen. Eine optimale Vorbereitung sieht sicherlich anders aus.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 22 März 2019

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