Mittwoch, 20. März 2019

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Nun fällt sogar der Trainer aus - Die Löwen kommen in dieser Saison einfach nicht so richtig in Tritt

erstellt am Freitag, 01 März 2019
Trainer Jacobsen hat Probleme mit dem Knie, konnte nicht mit der Mannschaft zum Champions League Spiel nach Barcelona reisen. Trainer Jacobsen hat Probleme mit dem Knie, konnte nicht mit der Mannschaft zum Champions League Spiel nach Barcelona reisen. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Eigentlich war es die perfekte Steilvorlage.

Vor zwei Wochen feierte der SC Magdeburg einen Überraschungscoup beim THW Kiel. Die Handballer aus dem Osten gewannen beim Rekordmeister mit 28:25, was im Lager der Rhein-Neckar Löwen für gute Laune sorgte.

Denn ohne eigenes zu tun war man plötzlich wieder bis auf einen Minuspunkt an Kiel dran und das ist durchaus bedeutend gewesen: Kiel ist Tabellenzweiter, steht also auf einem Platz, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt. Für die Löwen galt also: Selbst gewinnen und bloß nichts anbrennen lassen.

Doch das blieb ein frommer Wunsch. Denn am Donnerstag war es schon wieder soweit: Die Löwen strauchelten beim HC Erlangen. Einem unbequemen Gegner, das steht außer Frage, allerdings eben auch einer, den man schlagen kann oder als Löwen-Team sogar schlagen muss. Letztlich reichte es aber nur zu einem 23:23, was zugleich der achte Verlustpunkt in dieser Saison war.

Eine Spielzeit, die man langsam aber sicher getrost als verkorkst bezeichnen kann. Die Leistungen der Löwen sind extrem schwankend. Beim HCE war es plötzlich der Angriff, der geschwächelt hat. Im Spiel zuvor, dem knappen 30:29 Erfolg über Kielce in der Königsklasse, war genau das Gegenteil der Fall. Gegen die starken Polen zeigten die Löwen, wozu sie in der Offensive in der Lage sind.

Mittlerweile scheint klar zu sein, dass das Problem der Löwen in erster Linie im Kopf fest sitzt. Mental sind sie derzeit nicht auf der Höhe. "Wir schaffen es nicht, unsere Konzentration über das ganze Spiel hochzuhalten", bemängelt Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen, der sich natürlich nichts sehnlicheres wünscht, als sich im Sommer nochmals mit einem ganz dicken Ausrufezeichen von den Löwen-Fans zu verabschieden. Doch wo soll das gesetzt werden? Der Meisterzug ist längst abgefahren, im Pokal kam der K.o. in Berlin, was bleibt, ist die Champions League. Also der Wettbewerb, in dem die Trauben besonders hoch hängen. Der erste Schritt ist jedenfalls gemacht: Die Löwen stehen bereits seit längerem als Achtelfinalist fest. Doch es drohen harte Brocken auf dem Weg zum Final Four in Köln.

Nicht von Vorteil ist da auch, dass nun selbst der Trainer erst einmal ausfällt. Weltmeister-Coach Jacobsen hat Probleme mit dem Knie, was auch mit den Nachwirkungen seiner eigenen Karriere zusammenhängt. Am Freitag musste er sich in Heidelberg behandeln lassen und konnte nicht mit der Mannschaft zum Champions League Spiel nach Barcelona reisen. Das ist bitter, aber in diesem Fall auch nicht ganz so schlimm, denn das heutige letzte Gruppenspiel bei den Katalanen ist für die Löwen bedeutungslos. Teammanager Oliver Roggisch wird Jacobsen als Trainer an der Seitenlinie vertreten.

Eine komische Situation ist es allemal. Aber irgendwie passt sie ins Bild, dass die Löwen in dieser Saison abgeben.

 

 

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