Montag, 27. Mai 2019

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Die Titeljagd ist wohl beendet - Löwen verlieren in Kiel mit 28:31

erstellt am Samstag, 29 Dezember 2018
Kollektiver Jubel beim THW Kiel, nach dem Sieg über die Rhein-Neckar Löwen. Archivbild. Kollektiver Jubel beim THW Kiel, nach dem Sieg über die Rhein-Neckar Löwen. Archivbild. Bild: AS Sportfotos

Es war mal wieder ein Spiel auf Augenhöhe, allerdings mit dem gleichen Ende wie so häufig in dieser Saison.

Die Rhein-Neckar Löwen halten in einem Topduell voll dagegen, sind teilweise die dominierende Mannschaft und verlieren am Ende dann aber trotzdem.

Die 28:31 (15:16) Pleite beim deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel am Donnerstagabend war aber besonders bitter. Denn es braucht nicht viel Phantasie, um zu erkennen, dass die Titeljagd der Badener nun bereits beendet ist. Die Löwen haben jetzt schon 7 Verlustpunkte auf dem Konto, Kiel weiterhin 4, während Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt nach wie vor verlustpunktfrei an der der Spitze thront.

Im deutschen Handball scheint eine Wachablösung eingesetzt zu haben, denn während die Löwen die letzten drei Jahre dominiert haben und in der Vorsaison erst auf der Zielgeraden den Titel verduselten, sind jetzt wieder die Klubs aus dem hohen Norden in der Poleposition.

Vorwerfen kann man den Löwen diesmal aber nichts. Sie waren voll da und hätten zumindest einen Punkt in der ausverkauften Kieler Sparkassen Arena verdient gehabt. Aber die aktuellen Löwen scheinen in den entscheidenden Phasen eines Spiels nicht mehr mit dem Selbstverständnis ans Werk zu gehen, wie noch in den Jahren zuvor.

Nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung im Lager der Gelbhemden dann natürlich riesen groß. "Wir haben leider ein paar technische Fehler mehr als Kiel gemacht. Unsere zweite Welle haben wir teilweise zu hektisch gespielt. Insbesondere als wir mit 12:9 vorne lagen und das Spiel eigentlich etwas unter Kontrolle hatten", analysierte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen, der mit dem Auftritt bei seinem Ex-Klub aber nicht völlig unzufrieden war: "Ich habe meine Mannschaft in der Kabine für viele Sachen gelobt."

Enttäuschung bei den Rhein-Neckar Löwen. Die Niederlage in Kiel könnte das Aus im Titelkampf gewesen sein. AS Sportfotos.

Am starken Auftritt der Löwen hatte vor allem der Coach selbst einen großen Anteil. Denn die Löwen brachen mit alten Mustern, stellten die Kieler in der Defensive immer wieder vor neue Probleme. Gekippt ist die Partie schließlich durch 2 ehemalige Löwen Spieler: Niklas Landin machte im THW Tor einen sehr guten Job und Harald Reinkind, der erst im Sommer die Seiten gewechselt hat, war am Kreis der Löwen kaum zu stoppen.

Wie im Hinspiel schenkte er seinem alten Arbeitgeber, bei dem er nie über die Rolle des Aushilfsspielers hinaus kam, kräftig ein. Mit 7 Toren war Reinkind der treffsicherste Spieler der Kieler. Bei den Löwen waren Kapitän Andy Schmid (7 Tore) und Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson (9) eine Bank.

Und wie geht es nun weiter für die Löwen? Zeit zum Wunden lecken besteht nicht. Fast alle Spieler und auch Trainer Jacobsen werden vom 10. bis zum 27. Januar bei der Handball-WM für ihr Land im Einsatz sein. Bleibt zu hoffen, dass sie nicht verletzt zurückkehren. Denn eine - wenn auch recht kleine - Titelchance besteht ja noch. Die Rede ist von der Champions League. Hier befinden sich die Löwen in der Gruppenphase auf einem sehr guten Weg.

Danach könnte es dann ganz schnell gehen und man wäre beim abschließenden und prestigeträchtigen Final Four in Köln dabei. Siege im Achtel- und Viertelfinale vorausgesetzt. Sollte das Ticket für Köln gelöst werden, ist der Titel noch immer weit entfernt. Doch schon allein die Teilnahme am europäischen Gipfeltreffen in Köln wäre eine riesen Erfolg und ein gelungener Abschluss für Nikolaj Jacobsen, der die Löwen nach dieser Saison verlassen wird.

 

 

Letzte Änderung am Samstag, 29 Dezember 2018

Handball