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Wie ausgewechselt - Seit der Länderspielpause blühen die Löwen auf

erstellt am Montag, 05 November 2018
Wie ausgewechselt - Seit der Länderspielpause blühen die Löwen auf Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Es war am 21. Oktober, als die Rhein-Neckar Löwen in der heimischen SAP Arena einen 28:25-Bundesligasieg gegen die Berliner Füchse gefeiert haben.

Was auf den ersten Blick nach einem guten Resultat aussieht, relativiert sich, wenn man die Vorgeschichte kennt.

Die Hauptstädter reisten nämlich stark gebeutelt an. Rund 48 Stunden zuvor standen sie noch bei der Club-WM in Katar auf dem Spielfeld. In Mannheim lief dann eine Rumpf-Sieben auf, die eigentlich komplett chancenlos gewesen sein müsste, war sie aber eben nicht. Doch es passte irgendwie ins Bild, das die Löwen in dieser Saisonphase bis dato abgegeben hatten. Es klappte nicht viel beim deutschen Pokalsieger. Mehrfach schrammte man an einer Niederlage vorbei.

Selbst Trainer Nikolaj Jacobsen wirkte phasenweise recht ratlos. Unmittelbar nach dem Berlin-Spiel stand dann die Länderspielpause an und genau in die setzte der erfahrene Trainer, der auch die dänische Nationalmannschaft betreut, seine Hoffnungen. "Manchmal tut es gut, wenn man mal andere Leute sieht und sich einfach mit anderen Gegnern und Situationen beschäftigen kann", betonte Jacobsen.

Was sich irgendwie stark nach Durchhalteparolen anhörte, trifft nun den Nagel auf den Kopf. Denn kaum sind die Spieler zurück, läuft es plötzlich. Schon beim 30:25-Auswärtssieg beim Bergischen HC traten die Löwen deutlich verbessert auf. Das Angriffsspiel, das zuletzt doch arg ins Stocken geraten war und irgendwie an die Angriffsbemühungen des deutschen Fußball-Aushängeschilds Bayern München erinnerte, lief wieder wie am Schnürchen. Mit schnellen Passstafetten wurde der BHC immer wieder vor unlösbare Probleme gestellt.

Als es dann am Samstag sogar in Veszprem zu einem 29:28 Erfolg in der Gruppe A der Champions League gereicht hat, hatte man unweigerlich das Gefühl, dass das wieder die alten Löwen waren. Diese Mannschaft, die drei Jahre lang die Bundesliga beherrscht hatte, und in der letzten Saison nur nicht Meister wurde, weil man in der Endphase der Liga die Spannung verlor. Klar ist jedenfalls eins: Können die neu formierten Löwen das momentane Hoch dauerhaft halten, ist ihnen alles zu zutrauen. In der Bundesliga und natürlich auch in der Champions League. Dort wollen sie unbedingt das Final Four-Turnier in Köln erreichen. Das ist ein Highlight für jeden Handballer und das Größte, was man auf Vereinsebene realisieren kann.

Erfreulich ist auch die Entwicklung einzelner Spieler im Löwen-Kader, denn man hat diesmal das Gefühl, dass der Kader auch in der Breite stark genug ist, um die ganz großen Ziele anzugreifen. Ein Paradebeispiel für eine perfekte Entwicklung ist Filip Taleski. Der junge Mazedonier blüht momentan regelrecht auf, zeigte er in der letzten Saison schon seine Qualitäten in der Abwehr, traut er sich nun auch in der Offensive immer mehr zu. Sein Zug zum Tor hat sich deutlich verbessert. Er belohnt sich selbst und die Mannschaft mit wichtigen Toren. Die Löwen sind dadurch schwerer auszurechen.

Nun reicht es nicht mehr aus, sich als gegnerischer Abwehrspieler im Rückraum ausnahmslos auf Andy Schmid und Alexander Petersson zu konzentrieren. Die Torgefahr verteilt sich nun auf mehrere Schultern. Auch auf die von Vladan Lipovina. Der Neuzugang verfügt über einen unglaublich harten Wurf und trifft mittlerweile selbst dann, wenn es sich gar nicht um eine echte Wurfchance gehandelt hat.
So machen sie Spaß die Löwen.

 

 

 

Letzte Änderung am Montag, 05 November 2018

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