Dienstag, 13. November 2018

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Den Löwen fehlt derzeit das Selbstvertrauen

erstellt am Freitag, 19 Oktober 2018
Frust und Ratlosigkeit bei den Löwen. Frust und Ratlosigkeit bei den Löwen. AS Sportfotos

sport-kurier. Was haben der FC Bayern München und die Rhein-Neckar Löwen gemeinsam?

Beide sind famos in die Saison gestartet und hinken momentan den eigenen Ansprüchen hinterher.
Die Fußball-Riesen aus der bayrischen Landeshauptstadt natürlich noch deutlich mehr. Doch auch bei den Löwen ist aktuell etwas der Wurm drin.

Vor der Saison wusste keiner, wie lange es dauern würde, bis der mit 5 Spielern neu bestückte Kader wieder auf Topniveau spielen kann. Umso verblüffender war es, wie die Gelbhemden dann los gelegt haben. Im Supercup, der unmittelbar vor dem Saisonstart stattgefunden hat, begeisterten die Löwen als Pokalsieger im Duell mit dem Meister SG Flensburg-Handewitt in Düsseldorf und warfen sich zu einem nie gefährdeten 33:26 Erfolg. Wenig später folgte dann der 35:34 Coup gegen den FC Barcelona in der Champions League. Spätestens da war die Löwen-Welt in Ordnung.

Man schien genau dort weiter zu machen, wo man in den letzten Jahren aufgehört hatte. Bis zum 16. September, da gab es den ersten echten Dämpfer: Gegen Leipzig reichte es zuhause nur zu einem 24:24 Unentschieden und das am Ende sogar noch glücklich. Seit diesem Spiel ist nun etwas der Wurm drin. Konstante Leistungen gelingen nicht mehr. Die Phasen während eines Spiels reichen von Weltklasse bis hin zu Bundesliga-Mittelmaß und das reicht eben nicht, um die Angriffe der Konkurrenz souverän abzuwehren.

Doch bei all der Kritik, passiert ist noch nichts. Noch ist alles möglich. Mit drei Verlustpunkten mischen die Löwen noch immer ganz oben mit. Die Probleme auf dem Feld sind dennoch nicht zu übersehen. Steht die Abwehr nach wie vor gut bis sehr gut, ist die Offensive ein größeres Problem. Zum einen fehlt die Durchschlagskraft aus dem Rückraum, was die so genannten leichten Tore zur Mangelware macht und zum anderen ist alles viel zu statisch.

Spielmacher Andy Schmid gibt alles, doch die momentane Löwen-Offensive hat viel von Stand-Handball. Manchmal hat man das Gefühl, dass es Kreisläufer Jannik Kohlbacher alleine richten soll. Angriff für Angriff wird der 23 Jährige versucht, ins Spiel zu bringen. Die gegnerischen Abwehrreihen haben den Braten mittlerweile aber gerochen. Ein weiteres Problem ist, dass über die Außen kaum etwas geht. Patrick Groetzki und Gudjon Valur Sigurdsson hängen in der Luft.

Trainer Nikolaj Jacobsen hat die Probleme erkannt, einen Lösungsansatz hat er auch parat: Sobald es vorne harkt, bringt Jacobsen den siebten Feldspieler und sorgt so für Überzahl. Andererseits ist das aber auch mit viel Risiko verbunden, weil das eigene Tor leer und bei Ballverlusten so nicht geschützt ist.

Das Hauptproblem scheint aber ohnehin ein anderes zu sein. Den Löwen fehlt das Selbstvertrauen. Eine ähnliche Phase durchliefen sie ja auch schon in der letzten Saison. Nach dem viel umjubelten Pokaltriumph in Hamburg kam es zum Einbruch, der den Löwen letztlich auch die Meisterschaft gekostet hat.

Für den Sonntag heißt es nun noch einmal die Ärmel hoch zu krempeln. Um 13.30 Uhr treten die Berliner Füchse in der SAP Arena an. Danach steht dann erst einmal eine Länderspielpause an. Und diese Ablenkungen sind bekanntlich gar nicht schlecht, um sich wieder neu fokussieren zu können.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 19 Oktober 2018

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