Mittwoch, 24. April 2019

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"In unserer Situation helfen eigentlich nur Siege weiter" - Schwetzingens Trainer Kevin Knödler im Interview

erstellt am Dienstag, 27 November 2018
Kevin Knödler hat die nicht ganz einfache Aufgabe, den SVS aus der gefährdenden Abstiegszone zu führen. Kevin Knödler hat die nicht ganz einfache Aufgabe, den SVS aus der gefährdenden Abstiegszone zu führen. Bild: lofi

sport-kurier. Fällt der Name Kevin Knödler, denken viele nach wie vor unweigerlich an die TSG 1899 Hoffenheim.

Der mittlerweile 42-Jährige spielte jahrelang für den Kraichgau-Klub. Dort war er noch zu Regionalliga-Zeiten eine feste Größe im Tor des jetzigen Champions-League-Teilnehmers. Seine Paraden hatten einen wesentlichen Anteil am steilen Aufstieg der Hoffenheimer.

Aber auch bei anderen Vereinen war er eine wichtige Stütze. Unter anderem bei den Traditionsclubs SV Waldhof Mannheim und Wormatia Worms.

In diese Saison startete Knödler als Torwarttrainer beim Verbandsligisten SV 98 Schwetzingen. Mittlerweile ist er zum Chefcoach aufgestiegen und beerbte Gernot Jüllich. In seinen ersten beiden Partien gelangen 2 Unentschieden. Ein 1:1 gegen Wieblingen und ein 1:1 gegen den Spitzenreiter SV Sandhausen 2 - und gerade die Punkteteilung gegen die Hardtwälder ließ aufhorchen.

Der sportkurier sprach mit Knödler.

Hallo Herr Knödler, mit Ihrem Einstand in Schwetzingen als Cheftrainer können Sie sehr zufrieden sein, oder?

Kevin Knödler: Ja, man kann sicher sagen, dass es ein guter Einstand war. Gegen Wieblingen hätten wir gerne gewonnen, haben aber ein blödes Tor bekommen. Der Punkt gegen Sandhausen hat das dann aber wieder ausgeglichen. Trotzdem muss man sagen, dass in unserer Situation eigentlich nur Siege helfen. Zufrieden bin ich bislang mit dem Auftreten der Mannschaft.

Wie sehen Sie denn die Chancen auf den Klassenerhalt?

Kevin Knödler: Das Potential dazu ist eigentlich da, aber wir haben leider ein paar verletzte Spieler. Einige davon fallen sehr lange aus und besetzen eigentlich entscheidende Positionen. Wir müssen auch schauen, was im Winter passiert, vielleicht wollen ja auch Spieler den Verein verlassen. Klar ist zudem, dass uns 3, 4 neue Spieler noch gut tun würden, um die Klasse sicher halten zu können.

Es kann also sein, dass sich personell noch etwas tut im Winter …

Kevin Knödler: Ja, es wird definitiv etwas passieren. Es muss sogar so sein. Denn die Qualität des Kaders reicht für den Klassenerhalt nicht ganz aus. Wir brauchen noch etwas mehr Qualität. Die Liga ist nämlich nicht nur sehr ausgeglichen, sie ist auch insgesamt sehr stark. Es kann schnell gehen, dass uns einige Mannschaften bereits früh vorentscheidend distanzieren. Momentan liegen wir als Tabellenvierzehnter 3 Punkte hinter Eppingen, die wollen wir einfangen. Zu den Mannschaften davor ist der Abstand aber schon größer.

Spielszene SV 98 Schwetzingen - VfR Mannheim / Verbandsliga Baden Saison 2018/2019 - Endstand 0:1. Bild Lothar Fischer

Haben Sie am Spielsystem etwas verändert?

Kevin Knödler: Nein, die Systeme kennt jeder Spieler. Ich habe eher daran angesetzt, die Köpfe wieder frei zu bekommen, dass die Jungs wieder an sich glauben. Zunächst haben wir im 4-4-2 gespielt, da waren wir aber ein wenig zu offen. Also haben wir gegen Sandhausen auf ein 4-2-3-1 umgestellt. So standen wir dann auch wirklich gut und haben nicht viel zugelassen. Wobei man natürlich schon sagen muss, dass Sandhausen ein klares Übergewicht hatte.

Sie haben als Spieler eine sehr erfolgreiche Karriere hingelegt. Folgt jetzt vielleicht eine Karriere als Trainer?

Kevin Knödler: Bei meiner letzten Station in Fußgönheim war ich Co-Trainer und Kapitän, ich weiß also schon wie man ein Team führt. Aber mein Hauptaugenmerk lag schon auf dem Job als Torwarttrainer. Als man dann in Schwetzingen auf mich zu kam und mich mit dem Traineramt konfrontiert hat, war ich aber nicht abgeschreckt. Ich bin eigentlich ein Erfolgsmensch und stelle mich den Aufgaben und mich hat es sofort gereizt, hier vielleicht den Erfolg zurückzubringen. Wie es zukünftig dann weitergeht, muss man sehen. Wenn ich Blut lecke und erfolgreich bin, könnte ich mir schon vorstellen als Trainer weiterzumachen. Aber ich habe immer auch die Möglichkeit Torwarttrainer zu sein.

Haben Sie eine bestimmte Punktzahl im Hinterkopf, die man brauchen wird, um die Verbandsliga zu halten?

Kevin Knödler: Wenn man sich die Tabelle so anschaut, werden da sicher 40 bis 42 Punkte nötig sein.

Am Wochenende steigt das letzte Spiel in diesem Jahr in Bilfingen. Das ist eine Mannschaft, die auch weiter unten steht, soll dort ein Sieg her?

Kevin Knödler: Ich will hier jetzt sicher keinen Druck aufbauen, aber jeder bei uns weiß, welche Bedeutung diese Partie hat. Gewinnen wir, können wir sie auch mit runterziehen. Die Mannschaft will dieses Spiel auch unbedingt gewinnen, das weiß ich.

 

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 27 November 2018

Verbandsliga Nordbaden