Mittwoch, 24. April 2019

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Spiele zwischen Kickers Offenbach und Waldhof Mannheim bewegen die Massen ++ 3.700 Gästekarten verkauft

erstellt am Freitag, 12 April 2019
Szene aus dem Hinspiel SV Waldhof Mannheim - Offenbacher Kickers. Szene aus dem Hinspiel SV Waldhof Mannheim - Offenbacher Kickers. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Einen regelrechten Ansturm erlebte in den letzten Tagen die Geschäftsstelle des SV Waldhof.

Nicht Tickets für das nächste Heimspiel waren gefragt, sondern welche für das bevorstehende Spiel auf dem Bieberer Berg gegen Kickers Offenbach am Samstag um 14 Uhr.

Über 3700 Karten wurden für den Gästebereich zur Verfügung gestellt und die waren schon am Donnerstag komplett vergriffen. Mit einer Heimspielatmosphäre rechnet Trainer Bernhard Trares trotzdem nicht zwingend. "Das wird wohl pari pari sein. Die haben ja auch viele Fans auf der langen Geraden", verweist er auf die ebenfalls sehr fanatischen OFC-Anhänger. Allerdings musste die Offenbacher Fanszene einen Aufruf starten, zahlreich ins Stadion zu kommen, denn viele Kickers-Anhänger können sich mit dem Gedanken nicht anfreunden, dass Waldhof ausgerechnet in ihrem Stadion den Aufstieg klarmacht.

Doch da kann SVW-Coach Bernhard Trares beruhigen. "Wir können dort gar nicht aufsteigen", verweist er darauf, dass selbst bei einem Sieg noch nichts in trockenen Tüchern ist. 12 Punkte beträgt der Vorsprung vor Saarbrücken laut Tabelle, die drei vor Gericht erstrittenen Punkte werden dem SVW erst gutgeschrieben, wenn eine Sicherheitsleistung von 100.000 Euro für weitere Verhandlungen vor Gericht hinterlegt wurde. Da der DFB mittlerweile Berufung gegen das Urteil des Frankfurter Landgerichts eingelegt hat, kann Waldhof jetzt reagieren und die geforderte Summe in den nächsten Tagen hinterlegen. Dann wird auch die Tabelle begradigt.

Spiele zwischen Offenbach und Waldhof bewegen die Massen auch bei jeder anderen Konstellation. Die Rivalität ist groß, es geht auch ums Prestige. Und es gibt auch eine interessante Randgeschichte. Der Vater von Fritz Hoffmann, dem Wirt des Mannheimer Lokals "Spiegelschlössel", missbrauchte einst bei einem Spiel dieser beider Mannschaften seinen Regenschirm als Schlaginstrument gegen einen Aktiven, bevor er fluchtartig den Austragungsort verließ. Statistisch gesehen geht der Übeltäter als erster "Hooligan" Deutschlands in die Geschichte ein. Im Detail ist alles kurzweilig nachzulesen im Werk über die 111 Gründe, ein Anhänger des SVW zu sein von den Autoren Thilo Dornbusch und Martin Willig.

Sportlich ist bei den Offenbachern die Luft mittlerweile etwas raus. In den letzten beiden Heimspielen gegen Saarbrücken und Stadtallendorf hieß es jeweils 1:1 nach 90 Minuten, was darauf schließen lässt, dass man sich nicht mehr gegen alle Gegner motivieren kann. Der SV Waldhof zählt sicher zu den Mannschaften, gegen die man nicht verlieren möchte.

Die abwehrstarke Mannschaft von Trainer Daniel Steuernagel hat die letzten elf Heimspiele nicht verloren und überhaupt erst eine Heimniederlage auf dem Konto. Demgegenüber stehen die Mannheimer mit einer fast makellosen Auswärtsbilanz von 40 Punkten aus 14 bislang in der Fremde absolvierten Partien. Die letzte Saisonniederlage kassierte der SVW im Hinspiel im Carl-Benz-Stadion (1:3).

"Da treffen zwei Philosophien aufeinander. Wir wollen grundsätzlich immer aktiv auf dem Platz sein, dazu mutig und kreativ und immer darauf bedacht, Chancen herauszuspielen", erklärt Trares. Die Taktik der Kickers sei dagegen darauf abgerichtet, den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen.

In den letzten drei Spielzeiten hat Waldhof mit den Ergebnissen 1:0, 1:1 und 4:0 auf dem Bieberer Berg fast optimal gepunktet. "Die Unterstützung der Zuschauer war im letzten Jahr schon groß, aber diesmal wird es sicher noch mehr sein", erinnert sich Waldhofs Außenstürmer Maurice Deville mit Freude an den letzten Auftritt auf dem "Berg" zurück.

Der 26-jährige hat im Vorfeld der Partie seinen Vertrag beim SVW verlängert und nennt dafür triftige Gründe. "Ich bekomme hier viel Vertrauen, wie ich es seit vielen Jahren nicht mehr erlebt habe." Von Spiel zu Spiel besser zu werden ist das Ziel des luxemburgischen Auswahlspielers, der sich selbst als absoluten Teamplayer sieht. Sein Trainer wird es gerne hören. Trotzdem stehen schon acht selbst erzielte Treffer für Deville zu Buche.

Zu den besten Torschützen nicht nur der Offenbacher sondern in der gesamten Liga zählt Serkan Firat. Er erzielt seine Treffer vornehmlich nach ruhenden Bällen. Foulspiele in oder rund um den Strafraum sollte die Waldhof-Defensive also möglichst vermeiden.

Beim SVW kann Trares personell fast aus dem vollen schöpfen. Denkbar ist, dass Raffael Korte nach seiner auskurierten Verletzung am Samstag wieder in den Kader zurückkehrt, so dass der Coach noch eine weitere Alternative hat.

Anpfiff der Partie Offenbacher Kickers gegen SV Waldhof ist am Samstag um 14 Uhr. Geleitet wird die Begegnung von Schiedsrichter Asmir Osmanagic aus Stuttgart.

 

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 12 April 2019

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