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"Stehen im Moment vielleicht da, wo wir derzeit hingehören" - Trainer Volker Zimmermann wird beim FV Brühl auch noch Sportlicher Leiter

erstellt am Donnerstag, 28 Januar 2016
Brühls Riedelsheimer im Zweikampf mit seinem Wieblinger Gegenspieler. Brühls Riedelsheimer im Zweikampf mit seinem Wieblinger Gegenspieler. Bild: lofi

von Sportkurier. Los ging es beachtlich:

Es dauerte bis zum siebten Spieltag ehe der FV Brühl in der Landesliga Rhein-Neckar erstmals als Verlierer den Platz verlassen musste. Zuvor sammelte die Mannschaft von Trainer Volker Zimmermann zwölf Punkte, holte drei Siege und drei Unentschieden.

An die starken Leistungen der ersten Hinrundenspiele anknüpfen

"An diese Phase würden wir nach der Winterpause gerne wieder anknüpfen", erklärt Zimmermann, "denn damals hat vieles gepasst, vor allem haben wir sehr konzentriert gearbeitet." Und zuletzt fehlte die Konzentration? "Ja, da waren wir vielleicht nicht mehr ganz so bei der Sache und hatten manchmal eben auch nicht mehr das Glück, das wir am Anfang der Saison noch hatten."

Hinzu kam auch ein wenig Verletzungspech. Denn phasenweise musste Zimmerman auf beide etatmäßigen Keeper verzichten. "Da fällt es schwer, die nötige Stabilität in die Abwehr zu bekommen", erklärt Zimmermann, der aber nicht jammern will: "Ich halte nichts davon, immer die Verletztenliste für schlechtere Leistungen verantwortlich zu machen. Andere Mannschaften haben ja ähnliche Probleme."

Aktuell überwintert der FV Brühl nun auf dem neunten Tabellenplatz und hat 26 Zähler gesammelt. Klar, dass man gerne ein paar mehr mit in die Pause genommen hätte. Doch Zimmermann kann damit leben: "Ich denke, dass wir momentan dort stehen, wo wir derzeit vielleicht auch hingehören. Auch wenn wir tendenziell natürlich noch gerne etwas weiter hoch wollen."

Torjäger Patrick Greulich am Ball. Dahinter Lindon Imeri, der in der Rückrunde pausiert. Bild: lofi

Sehr intensive Vorbereitung geplant

Um das zu schaffen, wird in der Vorbereitung ordentlich Gas gegeben. Bereits am 18. Januar bat der FVB zur ersten Trainingseinheit - und die hatte es sofort in sich. Zimmermann erklärt: "Wir waren uns einig, dass wir eine sehr intensive Vorbereitung durchziehen sollten, um so die Grundlagen für eine erfolgreiche Rückserie legen zu können."

Natürlich kommen auch die Testspiele nicht zu kurz. Das erste fand gleich einen Tag nach dem ersten Training statt und war vielversprechend. Gegen den Oberligisten SV Sandhausen II unterlag man mit 0:2, hielt aber bis zur 70. Minute das 0:0. Erst als Sandhausen ordentlich durchgewechselt hatte und frische Kräfte auf dem Feld standen, brach Brühl aufgrund der dünnen Personaldecke etwas ein. "Ich konnte leider kaum wechseln und die Jungs waren irgendwann eben auch platt", berichtet Zimmermann.

Apropos kleiner Kader, der ist in Brühl sogar noch etwas zusammengeschrumpft. Vier Abgängen steht bislang nur ein Neuzugang gegenüber. Cem Kologlu wechselt zu Phönix Mannheim, Lindon Imeri wird pausieren, Daniel Belfort steht nach der Beendigung seines Studiums nicht mehr zur Verfügung und Ulrich Riedelsheimer zieht Anfang Februar wohl nach Freiburg und kann dann nicht mehr am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen.

Enes Sen kam vom ESV Ludwigshafen

Neu dabei sein wird Enes Sen, der einst beim VfR Mannheim gespielt hat, und 41 Einsätze in der Oberliga vorweisen kann. Zuletzt stand er beim ESV Ludwigshafen unter Vertrag, sein letztes Punktspiel liegt aufgrund einer Verletzung aber Monate zurück. Zimmermann freut sich auf seinen Neuling: "Das ist ein sehr guter Fußballer, der uns sicher weiterhelfen wird."

Trainer Volker Zimmermann will den FVB noch weiter oben positionieren. In der neuen Saison wird Zimmermann auch die Funktion des sportlichen Leiters ausüben. Bild: lofi

Zeit, sich an die neuen Teamkollegen zu gewöhnen, hat Sen in diversen Testspielen. Am Wochenende geht es gegen den FC Flehingen, am kommenden Dienstag wohl gegen den TSV Amicitia Viernheim (steht noch nicht zu hundert Prozent fest), am 6. Februar gegen die TSG Weinheim, am 11. Februar gegen Kirrlach und kurz vor dem Start in die Rest-Rückrunde gegen den SV Waldhof II.

Was bleibt, ist die Frage: Was ist eigentlich das langfristige Ziel in Brühl? Wird über kurz oder lang auch mal der Aufstieg angepeilt? Zimmermann sagt es so: "In ein, zwei Jahren würden wir schon gerne weiter vorne angreifen, aber dazu gehört eben auch immer Glück. Denn wenn man nicht ganz so viel Geld zur Verfügung hat, muss man bei den Transfers auch etwas Glück auf seiner Seite haben."

Zimmermann ab kommender Saison in Doppelfunktion

Fakt ist jedenfalls, dass Zimmermann in den Planungen des FVB eine ganz zentrale Rolle einnimmt. So wird der ehemalige Erfolgstrainer des SV Schwetzingen im kommenden Jahr mit einer Doppelfunktion ausgestattet. Neben seinem Traineramt wird Zimmermann auch noch als Sportlicher Leiter fungieren.

"Das ist so abgesprochen", verrät er. Einen festen Vertrag besitzt er übrigens nicht: "Wir haben das hier so gelöst, wenn der Verein irgendwann mal meint, es wäre besser, sich zu trennen, wird es mit mir keinen Streit um ausstehende Zahlungen geben. Wir pflegen hier einen freundschaftlichen Umgang untereinander."

Letzte Änderung am Donnerstag, 28 Januar 2016

Landesliga Rhein-Neckar