Dienstag, 16. Juli 2019

Keine Artikel in diesem Warenkorb

"Wir stecken mitten im Abstiegskampf" - Ketschs Trainer Frank Eissler im Interview

erstellt am Mittwoch, 20 März 2019
Trainer Frank Eissler weiß um die Schwere der Aufgabe. Normalerweise hätten die Ketscher mit dem Abstiegskampf nichts am Hut, das macht es nun umso schwerer. Trainer Frank Eissler weiß um die Schwere der Aufgabe. Normalerweise hätten die Ketscher mit dem Abstiegskampf nichts am Hut, das macht es nun umso schwerer. Bild: Berno Nix

sport-kurier. Hat man sich im Sommer 2018 nach den Topfavoriten in der Landesliga Rhein-Neckar umgehört, fielen insbesondere zwei Namen besonders häufig:

Der SV Waldhof Mannheim 2 und der FC Bammental. Aber auch andere Mannschaft hatten die Experten noch mit auf dem Schirm. Unter anderem auch die Spvgg Ketsch.

Vielleicht nicht für den Titel, allerdings schon als ein Team, das das Zeug dazu hat, für positive Schlagzeilen zu sorgen und oben mitzuspielen. Denn die Mannschaft von Trainer Fran Eissler hatte schon im Vorjahr als Aufsteiger eine überzeugende Runde als Zehnter abgeschlossen und für die aktuelle Saison hatte man sich nochmals gezielt verstärkt.

Mittlerweile will von den Vorschusslorbeeren niemand mehr etwas wissen. Denn Ketsch steht mit dem Rücken zur Wand. Nach 2 1:2 Niederlagen im neuen Jahr rangiert die SpVgg derzeit auf dem 11. Platz und hat bei 13 gesammelten Punkten nur 3 Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz, den zurzeit Plankstadt belegt. Der sport-kurier sprach mit Frank Eissler.

Hallo Herr Eissler, Ihre Mannschaft hat jetzt seit 11 Spielen nicht mehr gewonnen. Darunter waren 8 Niederlagen. Was ist denn los?

Das ist schwer zu sagen. Wir diskutieren darüber natürlich selbst. Ich kann mich wirklich an kein Spiel erinnern, dass wir verdient verloren haben. Es war meist sehr knapp. Und auch wenn ich niemand bin, der so etwas als Ausrede nimmt, aber es ist leider so, dass wir genau wie in der Vorrunde nun wieder großes Verletzungspech haben. Dahinter verstecken wir uns aber nicht. Es ist einfach so, dass den Spielern mittlerweile das nötige Selbstvertrauen fehlt. Wir betreiben Spiel für Spiel einen riesigen Aufwand, um ein Tor zu erzielen und bekommen dann wiederum wirklich unnötige Gegentore.

Könnte man das Ganze also als eine Art Ergebniskrise bezeichnen?

Ja, das sehe ich so. Wir haben in jeder Trainingseinheit 20 Mann im Training. Alle hängen sich voll rein. Das Engagement ist groß. Aber sobald in einem Spiel dann ein Tor gegen uns fällt, beginnt bei den Jungs wieder das Kopfkino. Es wäre einfach wichtig, mal wieder ein Erfolgserlebnis zu haben.

Wenn man sich die Tabelle anschaut, muss man sagen, dass es für Ihre Mannschaft im Abstiegskampf noch richtig eng werden könnte.

Das stimmt. Wir stecken schon jetzt mitten im Abstiegskampf. Und den müssen und werden wir annehmen. Die Jungs hatten natürlich mit einer ganz anderen Saison gerechnet. Vielleicht hat man sich da auch ein Stück weit einlullen lassen von den Vorschusslorbeeren.

Aber in Sachen Einsatz mangelt es nicht oder?

Nein, natürlich nicht. Wie gesagt, die Spieler kommen alle ins Training und stellen sich der Situation. Ich selbst bin auch ein Typ, der sich als erstes mal selbst hinterfragt, wenn es nicht läuft und ganz ehrlich, wenn ich sehen würde, dass da nur 8 Mann zum Training erscheinen und der Zug fehlt, würde ich mir ganz sicher meine Gedanken machen. Das Komische ist ja auch, dass wir wirklich eine super Wintervorbereitung hingelegt haben. Das Training lief und auch die Testspiele, die wir teilweise gegen höherklassige Mannschaften bestritten haben, waren richtig gut. Ich dachte wirklich, dass wir die schlechte Hinrunde schnell vergessen machen können.

Am kommenden Wochenende ist Ihr Team nun spielfrei. Ein Vorteil?

Eher nicht. Wir trainieren die ganze Woche trotzdem voll und hatten auch mit dem Gedanken gespielt, vielleicht ein Testspiel auszumachen, aber das klappt nicht. Da wir noch 2 Reservemannschaften haben, bei denen es auch nicht optimal läuft, helfen ein paar unserer Jungs dort aus.

 

 

 

Landesliga Rhein-Neckar