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Kurzanalyse Teams Landesliga Rhein-Neckar 2018/2019

erstellt am Mittwoch, 05 Dezember 2018
Waldhofs Dennis Franzin vor seinem Neckarauer Gegenspieler am Ball. Waldhofs Dennis Franzin vor seinem Neckarauer Gegenspieler am Ball. Bild: Berno Nix

sport-kurier. Die 15er Liga hat ein Spiel der Rückrunde vorgezogen.

Somit haben alle Teams 15 Spiele absolviert, mit Ausnahme der FT Kirchheim (14 Spiele). Dies liegt in der ungeraden Teilnehmerzahl der LL Rhein-Neckar begründet.

Das Nonplusultra war in der Hinrunde die Reserve des Regionalligisten SV Waldhof Mannheim (40 Punkte), die mit 8 Punkten Vorsprung die Liga anführen. Der 1. FC Mühlhausen und FC Bammental (beide 32 Punkte) belegen den 2./3. Platz, knapp dahinter der ASC Neuenheim (29 Punkte) und VfL Kurpfalz Neckarau (28 Punkte).

Am Ende der Saison wird es zwei Direktabsteiger geben, der Drittletzte geht in die Relegationsspiele um den Klassenerhalt. Abgeschlagen ist der Aufsteiger und Tabellenletzte SG 1912 Hemsbach (3 Punkte). Das Team trat wegen Personalmangels zu zwei Spielen nicht an. Bei einem dritten Nichtantritt erfolgt die Abmeldung vom Spielbetrieb.

FT Kirchheim steht auf einem direkten Abstiegsplatz (14.), die TSG Eintracht Plankstadt auf dem Relegationsplatz (13.).

 

SV Waldhof Mannheim II (1. Platz / 40 Punkte / 39:8 Tore)
Der SV Waldhof II rast in einem hohen Tempo durch die Liga (13-1-1) und ist auf dem direkten Wege in Richtung Verbandsliga Nordbaden. Trainer Peter Brandenburger hat die richtige Mischung im Team, erfahrene und talentierte, entwicklungsfähige Spieler. Nur eine Niederlage kassierten die Blauschwarzen, das war beim ASC Neuenheim. Mit 8 Gegentoren ist die Defensive das Prunkstück, aber auch die bislang 39 erzielten Treffer können sich sehen lassen. Auf eigenem Platz haben die Waldhöfer eine blütenweiße Weste (8-0-0/25:3), das ist kaum zu toppen. Die meisten Treffer erzielte Darnell Hill (11 Tore), dicht gefolgt von Yonathan Domingos (9 Tore) und Filip Vlahov (8 Tore.).

 

1. FC Mühlhausen (2. Platz / 32 Punkte / 44:24 Tore)
Von ungefähr kommt der Erfolg der Mühlhausener nicht. Die Mannschaft wurde deutlich verstärkt, u.a. spielt da auch Thorben Stadler, der noch vor kurzer Zeit in der Stammelf des Regionalligisten Walldorf stand. Christoph Stenzel und Alexander Kerber bringen Oberligaerfahrung mit. Die direkten Duelle mit den Spitzenteams Waldhof II und Bammental gingen verloren, ansonsten zeigten sich die Kraichgauer sehr konstant. Mit 44 Treffern stellt das Team von Trainer Uli Brecht die stärkste Offensive. Auswärts hat kein anderes Team mehr Punkte gesammelt (17). Am treffsichersten zeigten sich Thorben Stadler und Christoph Katzmaier mit jeweils 10 Toren.

 

FC Victoria Bammental (3. Platz / 32 Punkte / 31:13 Tore)
Alle Jahre wieder spielen die Bammentaler um den Aufstieg mit. Das ist eine sehr konstante sportliche Zielsetzung, die sich die Odenwälder hier jede Saison auferlegen. Zwei der drei Saisonniederlagen kassierten die Bammentaler an den ersten 5 Spieltagen, danach war die Punkteausbeute sehr stark (7-2-1). Auf eigenem Platz ist die Mannschaft von Ex-Profi Volkan Glatt nur schwer zu bezwingen (6-2-0). Obwohl man in der Fremde schon drei Spiele verloren hat, kassierte man auswärts nur 6 Gegentreffer. Überhaupt ist die Defensive hinter der des SVW die stärkste der Spielklasse. So ein richtiger Top-Torjäger fehlt dem FCB. Carsten Klein (7 Tore) und Jan Rehberger (6 Tore) trafen am häufigsten.

Der ASC Neuenheim (gelb) hat sich in der Spitzengruppe der Landesliga festgesetzt. Bild: AS Sportfotos

ASC Neuenheim (4. Platz / 29 Punkte / 39:15 Tore)
Schon die letzten beiden Jahre hatten die Neuenheimer größere Ambitionen, konnten diesen jedoch nicht so wirklich gerecht werden. Diese Saison sieht das anders aus, denn das Team von Trainer Alexander Stiehl hat seit 11 Spielen nicht mehr verloren (7-4-0). Auch Primus SV Waldhof II musste daran glauben und zog sich in Neuenheim die erste und einzige Saisonniederlage zu. Auswärts (4-3-1) zeigt man sich nahezu genauso stark wie auf eigenem Platz (4-2-1). Mit nur 15 Gegentreffern hat der ASC die drittstärkste Defensive. Können die Neuenheimer diese Konstanz mit in die Rückrunde nehmen, dann werden sie ein heißer Kandidat für den 2. Tabellenplatz sein. Nazmi Bulut hat mit 14 Saisontoren am häufigsten eingenetzt.

 

VfL Kurpfalz Neckarau (5. Platz / 28 Punkte / 41:22 Tore)
Das Team von Richard Weber und Feytullah Genc hat positiv überrascht. Nach Jahren des Abstiegskampfes, spielen die Neckarauer auch nach 15 Spielen noch im Konzert der Großen mit. Das Fusionsteam stellt eine gute Offensive (41 Tore) und eine stabile Defensive (22 Gegentore). Zu Hause ist man schon so etwas wie eine "kleine Macht" (5-2-0/22:5 Tore), nur auswärts steht nicht die Bilanz eines vermeintlichen Aufstiegsaspiranten (3-2-3). In der Rückrunde muss man auswärts bei den direkten Mitaufstiegskandidaten Mühlhausen und Bammental antreten. Bis dahin sollte man noch etwas an der Auswärtsstärke feilen. Mit Lorenz Held stellen die Neckarauer den derzeit besten Torschützen der Liga - er kam auf bislang 17 Saisontore. Knapp dahinter Stürmerkollege Idris Yildirim (13 Tore).

 

VfB St. Leon (6. Platz / 24 Punkte / 33:27 Tore)
Viele hatten den VfB, der im Vorjahr Vizemeister wurde, ganz vorne auf dem Schirm. Aber so richtig rund lief es beim Team von Benjamin Schneider (noch) nicht. Gegen die Spitzenteams SVW, Mühlhausen (2 Spiele) und Bammental holte man aus 4 Spielen nur einen Punkt. Zu wenig, um ganz oben anzuklopfen. Auf eigenem Platz zeigte der VfB richtig Zähne (6-1-2), gewann u.a. vor kurzem mit 5:0 gegen den VfL Kurpfalz Neckarau, aber auswärts (1-2-3) ging man nur einmal als Sieger vom Platz. Auch der VfB hat keinen typischen Knipser in seinen Reihen. Oliver Bitz, Dennis Gerber und Stefan Schneider erzielten jeweils 5 Tore.

 

FC Türkspor Mannheim (7. Platz / 22 Punkte / 33:30 Tore)
Bei allem Respekt, aber der FC Türkspor hat schon etwas enttäuscht. Das nominell starke Team wollte unter Trainer Ali Mehmet Topal ganz vorne mitspielen. Dies gelang nur bedingt, um genauer zu sein bis zum 11. Spieltag. Danach ging nichts mehr. Die letzten vier Spiele wurden allesamt verloren (6:14 Tore). Der Türkspor-Express kam mächtig ins Stottern. Bei 10 Punkten Rückstand wird der FCT mit dem Aufstiegskampf wohl nichts mehr zu tun haben. Knackpunkt war die Auswärtsschwäche (2-2-4), dabei hatte man ausgerechnet beim damaligen Tabellenführer Mühlhausen gewonnen. Auf eigenem Platz lief es besser (4-2-1), da unterlag die Topal-Elf nur dem FC Bammental. Oguzhan Yildirim erzielte die meisten Tore (13).

Spielszene TSV Kürnbach - FC Türkspor Mannheim. Der FCT konnte seine Ziele in der Hinrunde nicht erreichen. Bild: Siegfried Lörz.

ASV-DJK Eppelheim (8. Platz / 21 Punkte / 21:29 Tore)
Eppelheim blieb hinter den Erwartungen, denn mit der Negativ-Bilanz (7-0-8) kann die Fusionself nicht zufrieden sein. Zur neuen Saison wurde der Landesliga-Toptorjäger Patrick Greulich verpflichtet, aber auch bei ihm lief es im neuen Club nicht gleich so gut wie erhofft. Zuletzt traf er jedoch gegen den FC Türkspor dreifach. Bei den Eppelheimern gab es nur Siegen oder Verlieren - mit Remis hatte man nichts am Hut. Vier Heimniederlagen in 8 Spielen und nur 13 erzielte Heimtreffer zeigen schnell auf, wo der "Schuh drückt". Mit der neuen Sportanlage ging auch die Heimstärke verloren. Trotz Anlaufproblemen hat Patrick Greulich mit 8 Saisontoren die meisten Treffer erzielt.


FV 1918 Brühl (9. Platz / 17 Punkte / 24:30 Tore)
Die Brühler sind abstiegsgefährdet, nach wie vor. Damit hatte man nicht wirklich gerechnet, auch wenn Toptorjäger Patrick Greulich nach Eppelheim wechselte. Dessen Weggang konnte nie wirklich kompensiert werden. Besonders deutlich wird das an den erst 24 Saisontreffern. Nur vier Mannschaften haben weniger Tore erzielt. Der Saisonstart war schwach (0-3-2), aber danach fing sich die Mannschaft von Trainer Volker Zimmermann (5-0-5). Zwischen Spieltag 10 und 12 gelangen sogar drei Siege in Serie. Als man gerade meinte, die Brühler würden den 5. Gang einlegen, verlor man völlig überraschend bei den personalgeplagten Hemsbachern mit 2:0 Toren. Tim Heene ist mit 6 Saisontreffern erfolgreichster Schütze.

 

Spvgg. 06 Ketsch (10. Platz / 16 Punkte / 24:29 Tore)
Da wird es einige "lange Gesichter" unter dem Weihnachtsbaum geben. Die Spvgg. 06 Ketsch kann selbst nicht zufrieden sein mit der Hinrunde. Nur 16 Punkte aus 15 Spielen - damit gehört man überraschenderweise zu den abstiegsgefährdeten Teams. Der Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz beträgt nur 4 Punkte. Dabei begann die Saison sehr gut und verheißungsvoll (4-1-1), aber ab dem 7. Spieltag lief nicht mehr ganz so viel zusammen (0-3-6). 9 Spiele in Folge nicht mehr gewonnen, dabei gegen potentielle Abstiegskandidaten wie Plankstadt und Kürnbach verloren. Auf eigenem Platz ging man in 7 Spielen nur einmal als Sieger vom Platz (1-3-3). Dafür zeigte sich die Mannschaft von Trainer Frank Eissler auswärts oft gut aufgelegt (3-1-4). Es fehlt den Ketschern ein Knipser. Mit Salvatore Rindone hat der beste Schütze 5 Saisontore erzielt.

Spielszene Eppelheim - Ketsch. Die 06er konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Seit 9 Spielen ist Ketsch sieglos. Bild: Lothar Fischer.

DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal (11. Platz / 16 Punkte / 33:40 Tore)
Der Aufsteiger aus dem Fußballkreis Heidelberg steht erwartungsgemäß weiter hinten in der Tabelle. Auf dem eigenen Platz, dem gefürchteten "Köpfl", zeigte man sich oft hellwach (4-0-3). Mit 23 Treffern erzielte man in der Heimat die drittmeisten Treffer. Auswärts "funzte" es weniger gut (1-1-6), da durften nur 4 Auswärtspunkte gutgeschrieben werden. Auffällig: Gegen die mitabstiegsgefährdeten Teams aus Hemsbach, Kirchheim, Plankstadt und Kürnbach gab man keinen einzigen Punkt ab. Bester Torschütze ist Nikolai Graumann mit 9 Toren.

 

TSV Kürnbach (12. Platz / 15 Punkte / 35:43 Tore)
Der Aufsteiger aus dem Fußballkreis Sinsheim wehrt sich tapfer. Von Beginn an war das Saisonziel der Klassenerhalt, aber schnell fand sich die Mannschaft von Spielertrainer Daniel Kreuzer in unteren Tabellengefilden. Am 4.11. unterlag der TSV mit 8:0 in Neuenheim, das war so etwas wie ein Weckruf. Fortan legte der Neuling eine Schippe drauf, nahm Neckarau einen Zähler ab, unterlag knapp in Mühlhausen und bezwang zuletzt Türkspor Mannheim und die Spvgg. Ketsch. Mit 35 erzielten Treffern haben die Kürnbacher nur 4 Tore weniger erzielt, als Tabellenführer SV Waldhof. Dafür "rasselte" es im eigenen Tor umso öfters (43). Am häufigsten trafen Marius Steinmetz und Lukas Essig mit jeweils 9 Toren.

 

TSG Eintracht Plankstadt (13. Platz / 12 Punkte / 20:32 Tore)
Der Umbruch bei den Plankstädtern war groß. Mit Moses Kopotz und Pierre Banek kamen nicht nur ein neues Trainergespann, sondern auch jede Menge neue Spieler. Mit einem für Landesligaverhältnisse kleinen Etat gelang es den beiden Coaches den Außenseiter im Spiel zu halten. Zwar steht die TSG auf dem Abstiegsrelegationsplatz, aber der Rückstand auf den 9. Platz beträgt überschaubare 5 Punkte. Zu Hause gab die TSG nur einmal die volle Punktzahl ab (2-3-1), aber die drei Remis drücken die Heimbilanz. Auswärts war nichts zu holen, außer beim abgeschlagenen Tabellenletzten SG Hemsbach (1-0-8). Insbesondere an der Offensivpower fehlt es den Plankstadtern auswärts (9:21) und daheim (11:11). Nur Hemsbach hat weniger Tore erzielt. Ein Torjäger würde Plankstadt gut zu Gesicht stehen, dann wäre manches Problem gelöst. Savas Badalak kam immerhin auf 6 Saisontore.

Moses Kopotz (rechts) und Pierre Banek (links) wollen die Plankstädter in der Liga halten. Bild: lofi

FT Kirchheim (14. Platz / 10 Punkte / 23:35 Tore)
Die Kirchheimer haben ein Spiel weniger, als die Konkurrenz, könnten folglich etwas aufschließen. Der Aufsteiger konnte auswärts kein einziges Spiel für sich entscheiden (0-3-4). Zu Hause konnten immerhin Plankstadt und Hemsbach distanziert werden. Auch für die Freien Turner wird es in der Rückserie einzig um den Klassenerhalt gehen. Etliche Spiele gingen knapp aus, da verkaufte man sich teuer. So gab es z.B. auch Überraschungserfolge, wie das 2:2 bei St. Leon, das 1:1 gegen Neuenheim oder das 1:1 in Neckarau. In der Torschützenliste muss man weit nach unten scrollen und findet da Nico Bergold, Christopher Kulik, Marcel Sandritter und Kevin Limbeck mit jeweils 3 Treffern.

 

SG 1912 Hemsbach (15. Platz / 3 Punkte / 10:73 Tore)
Es fällt schwer die Hemsbacher abzuwatschen, für eine grauenvolle Hinserie, in der beinahe die Abmeldung des Teams wegen zwei Nichtantritten erfolgt wäre. Trainer Giuliano Tondo stieg mit dem Team auf, wechselte dann eine Klasse tiefer zum VfR Mannheim II. Mit im Marschgepäck zwei wichtige Spieler (Yarimbiyik und Njie). Akteure, die auch Neu-Coach Alain Djuvelek im Team hätte gebrauchen können. Verletzte Spieler, eine schwache Fußball-Abteilung und eine Niederlagenserie sorgten für ein schnelles Aus von Trainer Alain Djuvelek. Was danach kam, war noch weniger von Erfolg gekrönt. Zuletzt half Christian Emig in den letzten vier Spielen als Trainer aus. Unter seiner Führung gelang wenigstens der einzige Saisonsieg (2-0 FV Brühl). Ob die Hemsbacher in der Rückrunde einen zumindest ansatzweise konkurrenzfähigen Kader stellen können, steht in den Sternen. Eines ist sicher - es wird ein kurzes Gastspiel in der Landesliga Rhein-Neckar gewesen sein ... so, oder so.

 

 

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