Sonntag, 17. Dezember 2017

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Die Damen des TSV Neckarau wollen sich langfristig in der Oberliga halten

erstellt am Donnerstag, 07 Dezember 2017
Spielszene aus der Partie des TSV Neckarau - FV Niefern. Spielszene aus der Partie des TSV Neckarau - FV Niefern. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Denkt man an Frauen-Fußball, fällt einem im Großraum Mannheim und Heidelberg sofort die TSG 1899 Hoffenheim ein.

Dort wird Frauen-Fußball auf höchstem Niveau geboten. "Hoffe" ist längst eine feste Größe in der Bundesliga und nimmt auch in Sachen Nachwuchsarbeit eine führende Rolle in Deutschland ein. Doch es wird auch in anderen Vereinen der Region hervorragend im Damen-Bereich gearbeitet. So zum Beispiel beim TSV Neckarau.

Dort nehmen drei Frauen-Teams am Spielbetrieb teil. Die Spielerinnen der ersten Mannschaft jagen in der Oberliga Baden-Württemberg dem Ball hinterher. Der Klassenerhalt ist das große Ziel. Und der wird kein Selbstläufer. Momentan hängt man mit unten drin, hat allerdings auch mit großem Verletzungspech zu kämpfen.

Man hat vier, fünf Langzeitverletzte zu beklagen. "Das ist nicht leicht zu kompensieren", betont Michael Mattern (Foto rechts), der beim TSV als Manager im Frauenbereich fungiert, "trotzdem ist es unser Ziel, uns langfristig in der Oberliga zu halten."

Und das macht auch Sinn, denn das Drumherum stimmt in Neckarau. Im Jugendbereich freut man sich über viele talentierte Spielerinnen. Bis auf die D-Jugend, die momentan fehlt, stellt der TSV überall Mannschaften. Der Zuspruch ist enorm. Was sich erst kürzlich wieder gezeigt hat. Laut Mattern hatten drei Spielerinnen aus der B-Jugend die Idee, mit einem Plakat, das in einer Schule aufgehängt wurde, für ein Schnuppertraining zu werben. Und dieser Schachzug ging voll auf:

Gleich 18 Spielerinnen kamen zusammen mit ihren Eltern und konnten es kaum erwarten, an der Trainingseinheit teilzunehmen. "Zwölf dieser Spielerinnen sind nun bei uns geblieben", freut sich Mattern, der seit 1991 im Raum Mannheim lebt und den Frauen-Fußball unterstützt. Er kam gewissermaßen auch schon als Fachmann in die Kurpfalz. Denn zuvor wirbelte er auch in Bremen im Bereich Frauen-Fußball. Damit, dass gerade viele Männer ein Problem mit dem Frauen-Fußball haben, kann er leben.

"Mit dem Männer-Fußball kann man ihn ohnehin nicht vergleichen. Ab der C-Jugend gehen beide Bereiche weit auseinander. Das hängt vor allem mit der Athletik zusammen, der Frauen-Fußball ist deutlich langsamer. Aber damit können wir gut umgehen", sagt Mattern, der von einem Spiel berichtet, in dem sich kürzlich die männliche B-Jugend des TSV und die Damen-Mannschaft gegenüber standen. "Da hatten unsere Frauen keine Chance. Der Frauen-Fußball ist einfach langsamer. Hier nimmt die Technik eine größere Rolle ein."

Szene TSV Neckarau - FV Niefern. Bild: AS Sportfotos

Unter Frauen ist der TSV hingegen eine sehr gute Adresse. Selbst am DFB-Pokal nahmen die Mannheimerinnen schon teil. Eine Art Vorbild nimmt die TSG Hoffenheim ein. Neid schwingt aber nicht mit. Man begrüßt beim TSV vielmehr, was dort im Kraichgau alles aufgebaut wurde. Und das, obwohl man auch schon die eine oder andere Spielerin an den großen Konkurrenten verloren hat. Einige davon sind aber auch wieder zurückgekommen.

"Sie probieren es dort, aber natürlich schafft es nicht jede. Die können dann bei uns in der Oberliga spielen", betont Mattern. Er berichtet zudem, dass der Kontakt zu Hoffenheim sehr gut sei. Man tausche sich regelmäßig aus.

 

Dieser Artikel erschien auch in unserer aktuellen PRINTAUSGABE des sport-kurier.

Letzte Änderung am Donnerstag, 07 Dezember 2017

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