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Budenzauber mit Tradition ++ Anfang Januar findet in Ketsch der 19. Sparkassen-Cup statt

erstellt am Dienstag, 18 Dezember 2018
Archivbild - Sparkassencup 2017. Archivbild - Sparkassencup 2017. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Hallen-Fußball auch im Profibereich eine willkommene Abwechslung vom oftmals grauen und tristen Bundesliga-Alltag.

In den Achtziger Jahren des letzten Jahrtausends schickten selbst die ruhmreichen Münchner Bayern noch eine Auswahl unter dem Hallendach an den Start, die mit dem ein oder anderen "großen Namen" bestückt war.

Mittlerweile ist das leider undenkbar geworden. Zum einen ist der überdachte Kick nicht mehr sonderlich beliebt, weil die Verletzungsgefahr auf dem Kunstrasen angeblich zu groß sei und zum anderen fehlt den Profiklubs auch einfach die nötige Zeit, sich dem Budenzauber überhaupt stellen zu können. Denn von einer Winterpause kann mittlerweile definitiv keine Rede mehr sein.

Beispiel 1899 Hoffenheim: Der Kraichgau-Club empfängt am 23. Dezember, also einen Tag vor Weihnachten (!), Mainz 05 zum Bundesliga-Duell, um dann 18. Januar schon wieder Heimrecht gegen den FC Bayern München zu haben. Selbst für die Familie oder einen Urlaub bleibt da kaum Zeit, schließlich startet kurz nach Silvester schon wieder das Vorbereitungsprogramm auf die stressige und so wichtige Rest-Rückrunde.

Archivbild Sparkassencup 2017 Ketscher Neurotthalle / Foto: AS Sportfotos

Eigentlich schade, denn in der Halle sind andere Tugenden gefragt. Die Athletik spielt da oft eher eine untergeordnete Rolle. Gefragt sind da eher die feinen Techniker, die Spieler, die ihre Gegenspieler in einer Telefonzelle schwindelig spielen können und auch mal einen feinen Pass mit der Hacke einstreuen. Ähnliche Dribbelkünstler wird es am 4. und 5. Januar wohl vor der Haustür zu sehen geben. An diesen Tagen steigt nämlich erneut der Sparkassen-Cup.

Gespielt wird wieder in der Ketscher Neurotthalle. Ausrichter der 19. Auflage ist natürlich erneut der SV Sandhausen. Und wenn die Hardtwälder rufen, lässt sich die regionale Fußballszene natürlich nicht zweimal bitten. Neben dem Gastgeber, der in der zweiten Liga um Punkte kämpft, haben sich auch drei Regionalligisten angekündigt.

Die Rede ist vom Spitzenreiter SV Waldhof Mannheim, dem FC-Astoria Walldorf und der Wormatia aus Worms. Ergänzt wird das 16 Teilnehmer umfassende Feld noch durch die Südwest-Oberligisten TuS Mechtersheim und TSG Pfeddersheim, die Verbandsligisten VfR Mannheim und SV Schwetzingen sowie die Landesligisten FC Bammental, ASV/DJK Eppelheim, FV Brühl, VfB St. Leon, Spvgg. 06 Ketsch und den ASC Neuenheim.

Hinzu kommen die Sieger der Qualifikationsturniere des 1603-Cup in Bammental und des Martin-Schuhmacher-Gedächtnisturniers in Eppelheim. Ansehnlicher Hallen-Fußball war über all die Jahre immer garantiert, was auch mit der Stimmung auf den Rängen zusammenhing: Die Fans haben es nicht weit und machen hinter der Rundumbande ordentlich Radau. Rekordsieger ist der SV Sandhausen. Schon siebenmal haben die Schwarz-Weißen beim Sparkassen-Cup zu geschlagen.

Archivbild Sparkassencup 2017 Ketscher Neurotthalle - Bild: AS Sportfotos

Doch auch abseits der Rundumbande herrscht ein reges Treiben. Es werden traditionell Kontakte geknüpft. Wechselwillige Spieler bieten sich an und Trainer halten Ausschau nach Spielern, die in der Rückrunde für frisches Blut sorgen sollen. Zu gewinnen gibt es auch für die Fans etwas: Traditionell werden nach dem Turnier die besten und stimmgewaltigsten Fans ausgezeichnet.

Der Eintrittspreis für Erwachsene liegt bei 9 Euro, Ermäßigte sind für 6,50 Euro dabei. Und für sein Geld wird man mit Sicherheit guten Fußball sehen. Denn der kurze Abstecher in die Halle bietet für alle teilnehmenden Teams auch die Chance, eine vielleicht nicht ganz so erfreulich verlaufene Hinserie im Feld vergessen zu machen.

Auf dem Kunstrasen in der beheizten Neurotthalle kann man quasi wieder bei Null beginnen. Und es wäre nicht das erste Mal, dass man durch ein erfolgreiches Hallenturnier Schwung für die Rückrunde mitnimmt. Denn Erfolge sind immer die beste Medizin. Wo die letztlich eingefahren werden, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist einfach nur, dass das Selbstvertrauen wieder steigt.

 

Auch erschienen in unserer PRINT-Ausgabe 12/2018.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 18 Dezember 2018