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Der Viernheimer Markus Kuhn beendet NFL-Karriere

erstellt am Samstag, 28 Januar 2017
Der Viernheimer Markus Kuhn (links im Bild) beendet seine NFL-Laufbahn. Der Viernheimer Markus Kuhn (links im Bild) beendet seine NFL-Laufbahn. Bild: Marc Schüler

sport-kurier. Für Defensive Tackle Markus Kuhn war es eine tolle Zeit in der NFL.

Vier Jahre spielte er für die New York Giants, schaffte sogar den Sprung vom relativ unbekannten Draftpick in Runde sieben in den 53-Mann-Kader der Giants und entwickelte sich zum Stammspieler. Doch immer wieder war seine Karriere von Verletzungen geplagt, die seine Etablierung als Stammkraft bei den Giants immer wieder zurückwarfen.

So war es nach vier erfolgreichen Jahren in der NFL hauptsächlich der Umbruch nach der Entlassung von Trainer Tom Coughlin, der seine Weiterbeschäftigung verhinderte. Keinen neuen Vertrag bekam Kuhn bei den Giants, die sich dazu entschieden mit Stars für viel Geld ihre Defensive Line zu verstärken.

Groß war die Freude beim Viernheimer, der bei den Weinheim Longhorns das Footballspielen erlernte, als ihn ein Angebot der New England Patriots erreichte. Dieses nahm er an und stellte sich seinen Aussagen zufolge dem großen Konkurrenzkampf beim besten Team der NFL. Nicht ganz reichte es beim viermaligen Super Bowl Champion, der am 5. Februar in Houston zum fünften Mal nach dem Super Bowl Titel greifen will und so wurde Kuhn Anfang September entlassen.

Nachdem er sich entschieden hatte sich nicht der Knochenmühle Free Agency mit zahlreichen kurzfristig anberaumten Tryouts in den verschiedenen Städten zu warten, hoffte Kuhn auf einen Anruf der Patriots, die ihm diesen bei einer Verletzung auf seiner Position in Aussicht gestellt hatten.  Dieser kam jedoch nicht, weshalb der 30-jährige sich dazu entschied seine Karriere zu beenden.

In Erinnerung sollte Kuhn den deutschen Fans schon für seine Errungenschaften bleiben. Zum einen wurde er nie von einem College gesichtet, fuhr stattdessen mit einem GFL-Highlight Video und seinem Vater in die USA. Dort erhielt er ein Stipendium bei North Carolina State, einer Universität, die in der obersten US-Collegefootball Division spielt. Als erster Deutscher wurde Kuhn zum großen NFL Sichtungstraining vor der alljährlichen College-Spielerauswahl eingeladen. "Um dort eingeladen zu werden müssen mindestens zehn Teams Dich dort sehen wollen", erklärte Kuhn damals, eine Ehre, die im Jahr zuvor noch nicht einmal dem bekannteren Sebastian Vollmer (New England Patriots) zuteil wurde.

Kuhn schaffte aber nicht nur den Sprung als Draftpick in Runde 7 der Giants in den Kader des damals amtierenden Super Bowl Champions, ihm gelang als ersten Deutschen in der NFL ein Touchdown - für einen Spieler der Defensive Line eine Seltenheit. Am 7. Dezember 2014 nahm er einen von Tennessee Titans QB Zach Mettenberger fallengelassenen Ball auf und trug diesen über 26 Yards zurück zum Touchdown.

In der Woche vor Super Bowl LI in Houston erklärte Kuhn nun seinen Rücktritt, zwei Wochen zuvor hatte dies schon der Berliner Björn Werner getan, der für die Indianapolis Colts drei Jahre lang tätig war. Kuhn wird am 5. Februar in Houston dem Expertenteam von SAT1 angehören und den Super Bowl kommentieren und analysieren, wie er es bereits im vergangenen Jahr getan hat. Anschließend will er sich auf sein Master-Studium in Betriebswirtschaft konzentrieren und hat sich bereits an einer Universität in New York eingeschrieben.

Letzte Änderung am Samstag, 28 Januar 2017

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