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Die Dominanz ist gebrochen - Die Rugby-Übermannschaft des Heidelberger RK ist aus dem Tritt

erstellt am Montag, 24 Dezember 2018
Die Dominanz ist gebrochen - Die Rugby-Übermannschaft des Heidelberger RK ist aus dem Tritt Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Spannung suchte man in der Fußball Bundesliga in den letzten Jahren immer vergeblich.

An den Münchner Bayern kam keine andere Mannschaft vorbei. Egal unter welchem Trainer sie auch spielten, am Ende war das Ergebnis immer das gleiche. Die Roten standen vorne und stemmten am Saisonende die Meisterschale. Dieses Jahr scheint es mal einen anderen Titelträger zu geben. Die Borussia aus Dortmund eilt derzeit auf und davon.

Ein ähnliches Szenario wünschte man sich in den letzten Jahren auch in der Rugby Bundesliga, die war mittlerweile nämlich auch sehr langweilig geworden, wenn es darum ging, den Meister zu ermitteln. In den letzten Jahren ging nie ein Weg an einer Mannschaft vorbei. Jeder, der sich in der Szene auch nur ein bisschen auskennt, weiß natürlich von wem hier die Rede ist. Es war der Heidelberger Ruderklub, der alles in Grund und Boden spielte.

Hier mal ein paar Zahlen, die die Dominanz des HRK untermauern: Insgesamt wurden schon 14 deutsche Meistertitel geholt. Doch in den letzten Jahren war die Dominanz besonders groß: Von 2010 bis 2015 sowie 2017 und 2018 setzte sich der HRK die deutsche Rugby-Krone auf. Im Gegensatz zu den Münchner Bayern hatte man beim HRK allerdings das Gefühl, dass sich die Heidelberger nicht einmal richtig strecken mussten, um die Besten zu sein.

Mitunter wirkte es gar, als würde man mit angezogener Handbremse spielen, um so noch ein wenig Spannung zu erzeugen. Chancengleichheit herrschte in den letzten Jahren jedenfalls nie. Während die anderen Bundesligateams eher als Amateurmannschaften durchgingen und gehen, wurde beim HRK hoch professionell gearbeitet. Das ist immer auch eine Frage des Geldes und das hatte man beim HRK. Milliardär Hans-Peter Wild und seine gleichnamige Wild-Rugby-Academy unterstützte den HRK finanziell.

Durch diesen Etat wurde der HRK natürlich auch für Top-Spieler aus dem Ausland interessant. Rugbyspieler aus Australien oder Südafrika hatten dort angeheuert und machten dann eben auch den Unterschied. Auf welchem hohen Level man spielen kann, zeigte auch die Tatsache, dass man sich im letzten Jahr für den European Challenge-Cup qualifizierte. Hierbei handelt es sich um einen Wettbewerb, der - wenn man erneut den Vergleich zum Fußball zieht - nicht auf Champions League-Niveau angesiedelt ist, sondern eher auf dem Level der Europa League.

Was sich im ersten Moment nicht ganz so spektakulär anhört, war in Wirklichkeit ein Quantensprung: Zuvor schaffte es noch nie eine deutsche Mannschaft, sich für den European Challenge-Cup zu qualifizieren. Letztlich war die Freude aber nur von kurzer Dauer, denn es tat sich ein Problem auf, mit dem im Vorfeld niemand gerechnet hatte: Man durfte nicht starten, weil Sponsor Hans-Peter Wild gleichzeitig auch den französischen Traditionsverein Stade Francais unterstützte.

Und da beide Vereine in dieser Saison für diesen Wettbewerb qualifiziert waren, wurde der HRK ausgebremst und durfte nicht starten. Und so wie es scheint, ist es mit der Herrlichkeit nun auch in Deutschland vorbei. Nach großen Umstellungen im Sommer - eigentlich fast alle Spieler, die 2018 noch den Meistertitel geholt hatten, stehen nicht mehr im Kader - tut sich der HRK sehr schwer und belegt in der 1. Bundesliga Süd/West momentan nur einen Platz im Mittelfeld der Tabelle.

Einer der Hauptgründe ist der, dass sich Wild mittlerweile stärker auf sein Projekt in Frankreich konzentriert.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 24 Dezember 2018