von Sportkurier. Welten taten sich an jenem 23.05.2009 für den erst 19-jährigen Boris Vukcevic auf. Vor rund 58.000 Besuchern in der Schalker Veltins-Arena kam er noch als A- Jugendlicher zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz für die TSG 1899 Hoffenheim. Drei Jahre zuvor lief er für die Jugendmannschaften des SV Staufenberg, VfL Sindelfingen und SV Böblingen vor 20-30 Besuchern auf.
Als 16-jähriger hätte sich Boris diese Entwicklung noch nicht einmal im Traum vorstellen können. Genial dabei: Bei seinem ersten Einsatz in der Bundesliga gewannen seine Hoffenheimer auch noch mit 3:2 Toren auf Schalke und Vukcevic zeigte ein ganz starkes Spiel. "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", so damals der 182 cm große Mittelfeldspieler. „Die Zuschauer um einen herum bekommt man kaum mit, da man sich so auf das Spiel konzentriert“, sagt Boris Vukcevic. Von seinem Bundesligadebüt erfährt er am Morgen des Spieltags.
„Das war ein unglaubliches Gefühl, ein richtiger Adrenalinschub“, erinnert er sich. Familie Vukcevic zieht vom kroatischen Osijek nach Maichingen, als Boris zwei Jahre alt ist. Danach der Umzug ins hessische Staufenberg, wo Sohn Boris seine fußballerische Karriere im Alter von fünf Jahren beginnt. Einige Jahre später geht es wieder nach Sindelfingen, wo Boris von der D-1 bis zur B-Jugend beim VfL "kickt". Um sich besser entwickeln zu können, wechselt das Nachwuchstalent zunächst nach Böblingen, später nach einem Probetraining zum VfB Stuttgart.
Sein Talent bleibt den "Spähern" der TSG nicht verborgen, obwohl er beim VfB Stuttgart nur in der
A-II Jugend spielt und so wechselt Vukcevic im zweiten A-Jugendjahr nach Hoffenheim. „Hoffenheim hat mir dann einen überzeugenden Plan für meine Zukunft vorgelegt.“ In Hoffenheim schaffte er auch gleich den Sprung in die erste A-Jugend-Mannschaft. Von Beginn an durfte er auch bei den Profis unter Ralf Rangnick mit trainieren. Dabei vergisst er auch nicht den Blick zurück: "Ich habe dem VfB Stuttgart viel zu verdanken", so der Blondschopf. Der Umgang mit Spielern wie Demba Ba, Timo Hildebrand oder Carlos Eduardo war von Beginn an "völlig normal".
Auch nach Sindelfingen bestehen noch Kontakte. „Ich bin dort aufgewachsen und fühle mich nach wie vor wohl, wenn ich zu Besuch bin“, so Vukcevic über seine Heimat. Am 18. November 2008 gab er sein Länderspieldebüt für die U19 vor 10.000 Zuschauern in England. Zuvor spielte er im Testspiel von Hoffenheim gegen Kaiserslautern vor 30.000 Menschen. In der Spielzeit 2009/2010 hat Vukcevic in 15 Saisonspielen mitgewirkt, dabei brachte ihn Trainer Ralf Rangnick 13 mal als Einwechselspieler.
Somit hat er unter den "jungen Nachwuchskickern" bei der TSG 1899 Hoffenheim mit Abstand die meisten Einsätze. Sein Marktwert wird bei transfermarkt.de mit mittlerweile 600.000 Euro angegeben. Bis jetzt wurde sein am 30.06.2010 auslaufender Profivertrag noch nicht verlängert. Die Clubführung sollte sich also schnellstmöglich mit dem großen Talent auf eine weitere, möglichst langfristige Zusammenarbeit verständigen, denn Vukcevics Formkurve zeigt steil nach oben. Schon im ersten Spiel des Jahres 2010 agierte Boris beim großen FC Bayern München 45 Minuten lang sehr gut.
Aufgrund seines etwas ungestümen Zweikampfverhaltens und der daraus resultierenden Verwarnung des Schiedsrichters nahm ihn Trainer Ralf Rangnick vorsichtshalber aus dem Spiel. Beim letzten Heimspiel gegen den Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen avancierte er zum besten Hoffenheimer Spieler. Allein in Durchgang eins hätte Vukcevic zweimal treffen können, nein, schon fast müssen.
"Wir waren in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft, haben sehr gut gepresst und den Gegner zu Fehlern gezwungen. Nach dem zweiten Gegentor so kurz nach der Pause war es schwer für uns, zurückzukommen", lässt Vukcevic das Spiel noch einmal Revue passieren. "Wenigstens eine Torchance hätte ich nutzen müssen", ist Vukcevic auch selbstkritisch genug. Die Fans der TSG und von Boris werden sich also noch etwas gedulden müssen bis zum ersten Pflichtspieltor. Nimmt man seine derzeitigen Leistungen als Maßstab, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis Vukcevic seinen ersten Treffer erzielt.
Sportkurier
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