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Der SV Sandhausen hat in der Winterpause ordentlich aufgerüstet

 Mit Cenci, Glibo und Aygün hat sich der Drittligist erheblich verstärkt

von Sportkurier. Der SV Sandhausen in der Hinrunde der Dritten Liga, das war vor allem eins: nie langweilig. Kaum ein Team schoss derart viele Tore wie die Hardtwälder. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn auch hinten drin klingelte es extrem häufig. Die Abwehr stand häufig neben sich. Zu Null gewann man selten. Der Tiefpunkt war die 0:6-Pleite bei Eintracht Braunschweig Anfang November 2009.

Folglich hat man sich bei den Schwarz-Weißen etwas ausgedacht, einen Masterplan erstellt. Und der sieht vor allem eines vor: mehr Stabilität in der Defensive. Deshalb fackelte Manager Tobias Gebert auch nicht lange. In der Winterpause schlug er gleich zwei Mal zu: Kristjan Glibo kam vom SV Wehen Wiesbaden und Necat Aygün konnte beim FC Ingolstadt losgeeist werden. "Beides sind Spieler mit großen Qualitäten in der Defensive", erklärt Gebert, "sie verfügen über reichlich Erfahrung und sollen zu Stabilisatoren in unserer Abwehr werden." Zudem bringen beide einen weiteren Vorzug mit. Sowohl Aygün als auch Glibo scheinen mit dem Aufstiegsgen ausgestattet zu sein.

Das Duo meisterte jeweils schon den Durchmarsch von der Dritten in die Zweite Liga. Ein Vorhaben, das man beim SV Sandhausen bekanntlich auch hat. Denn das Unterhaus ist verlockend. Mehr Fernsehgelder, mehr Zuschauerinteresse, mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Aygün ist 29 Jahre alt und Sohn türkischer Eltern. Mittlerweile besitzt der Defensiv-Haudegen allerdings einen deutschen Pass. Sein Fußball-ABC eignete er sich zunächst in der Jugend von Wacker München an. Mit knapp zwölf Jahren feilte er dann bei den Münchner Löwen an seiner Form. Neun Jahre lang schnürte er für die 60er seine Fußballschuhe. Und auch dem DFB blieb sein Talent damals nicht verborgen:

Aygün brachte es auf fünf Länderspiele in der U-21-Nationalmannschaft. In der Saison 2001/2002 zog es ihn dann kurzzeitig in seine eigentliche Heimat: 1860 München lieh ihn an Besiktas Istanbul aus, wo er unter Christoph Daum trainierte. Weitere Stationen waren die SpVgg Unterhaching (2003 bis 2005), der MSV Duisburg (2006/2007) und der FC Ingolstadt (2008/2009). In der Hinrunde der Saison 2009/2010 war Aygün vereinslos. Kristjan Glibo ist ein Kind der Region. Der 27-Jährige ist in Bruchsal geboren. Mit 17 Jahren stand er im Aufgebot der Amateure des Karlsruher SC, von wo aus er in Richtung der Reserve des 1. FC Kaiserslautern wechselte. Nach einem zweijährigen Abstecher zu Jahn Regensburg stand er zuletzt seit Sommer 2006 vier Jahre lang beim SV Wehen Wiesbaden in Lohn und Brot. Dass Glibo für den SVS noch Gold wert sein kann, bewies er prompt:

Im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres bot er eine überzeugende Leistung: "Beim 1:0-Sieg in Jena hat er unsere Defensive sehr gut organisiert", berichtet Gebert, "ihm ist dabei kein einziger Fehler unterlaufen." Der spektakulärste Transfer war jedoch ein anderer. In einer Nacht- und Nebelaktion lotste Gebert einen Stürmer vor die Tore Heidelbergs. Pünktlich zum Jena-Spiel stand Matias Esteban Cenci auf der Gehaltsliste, der vom FSV Frankfurt in den Hardtwald wechselte. Der Mann mit der doppelten Staatsbürgerschaft (argentinisch und italienisch) wirbelte zweieinhalb Jahre am Main. Und das mit Erfolg: Cenci brachte es dort in 82 Partien auf 29 Tore. Die Frankfurter schoss er damit in die Zweite Liga. Zuvor gelang ihm das in Wehen, wo er in 31 Partien 14 "Kisten" beisteuerte.

Ein echter Strafraum-Killer, dieser Gaucho. Bei seiner SVS-Premiere blieb ihm ein Tor verwehrt. Seine Qualitäten kristallisierten sich in Jena trotzdem rasch heraus. Cenci glänzte nämlich prompt als Vorbereiter: Einen hohen Ball nahm er im Strafraum mit der Brust an und leitete ihn per Hackentrick weiter zu Regis Dorn, Sandhausens Knipser vom Dienst, der problemlos zum entscheidenden 1:0 einschieben konnte.

Es war gleichzeitig der 15. Saisontreffer des Mannes aus dem Elsass. Gespannt darf man sein, wie sich die Lage im SVS-Sturm entwickelt, wenn Ristic Mitte Februar zurück erwartet wird. Dann könnte seine Operation am Nasenbein bereits auskuriert sein. Trainer Gerd Dais hat dann die Qual der Wahl. Schließlich drängt ein weiterer Top-Stürmer mit aller Macht zurück auf den Rasen. Gemeint ist Emre Öztürk, der in der Vorsaison gesetzt war, aber durch einen komplizierten Beinbruch monatelang nur zuschauen konnte.

Sportkurier

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