36. Verbandstag - Präsidium bestätigt
Karlsruhe (sim). Der Badische Fußballverband, dem 210.000 Mitglieder in 621 Vereinen zwischen Tauberbischofsheim und Pforzheim angehören, führte seinen 36. Verbandstag in der Fritz-Meinzer-Halle der Sportschule Schöneck auf dem Karlsruher Turmberg unter dem Motto „Netzwerk Fußball – sportlich, menschlich und sozial, durch. Gekommen waren 250 Gäste, darunter 213 Delegierte aus Verband, Fußballkreisen und Vereinen. Präsident Ronny Zimmermann, der in seine dritte Periode geht, erhielt ebenso wie die übrigen Präsidiumsmitglieder Günter Seith, Helmut Sickmüller, Karl-Josef Schäfer und Peter Barth das einstimmige Vertrauen bis 2013.
Dem Präsidium gehören beratend noch Ehrenpräsident Gerhard Seiderer (Weingarten) sowie Geschäftsführer Siegfried Müller (Bruchsal-Heidelsheim, scheidet am 1. November 2011 aus) und Stellvertreter Michael Lameli (Karlsruhe) an. Bestätigt wurde zudem Rüdiger Heiss (Reichartshausen) als Verbandsjugendleiter. Im Vorstand gibt es die Position des Qualitätsbeauftragten nicht mehr (Dietmar Blicker scheidet aus), während Peter Hofmann (1899 Hoffenheim) Michael Steidl (KSC) als Vertreter der Lizenzvereine ablöst.
Ändern wird sich auch der Vorsitzende des Qualifizierungsausschusses, wo Rolf Blum aufhörte, der Nachfolger jedoch frühestens im September ernannt werden kann. Bei der Riege der Kreisvorsitzende, die ebenso im Vorstand vertreten sind, hat Rolf Beyer (Mannheim) den Stab an Ralph Kirchhoff weitergegeben, während in Bruchsal Heinz Blattner Nachfolger von Dieter Siegele wurde.
Alle Grußwortredner, Bundestagsabgeordneter Ingo Wellenreuther, erste Karlsruher Bürgermeisterin Margret Mergen, DFB-Vizepräsident Rolf Hocke und Dieter Schmidt-Volkmar, der Präsidenten des Landessportverbandes betonten unisono die Wichtigkeit des Sporttreibens in der Gemeinschaft und den großen Integrationsgehalt, den Mannschaftssportarten bieten. Die Faszination Fußball haben in den letzten Wochen ja wieder Millionen vor den Bildschirmen und auf den Strassen bei der WM in Südafrika hautnah mitbekommen. Es gab Einschaltquoten, die fast nicht mehr zu überbieten sind.
In dem 130 Seiten umfassenden Verbandstagsheft sind umfangreich alle Aktivitäten, Erfolge und Berichte sämtliche Ausschüsse plus die finanzielle Entwicklung in den letzten drei Jahren anschaulich dargestellt. Präsident Ronny Zimmermann beschränkte sich deshalb bei seinem mündlichen Resümee auf das Wesentliche. Zu Beginn seiner Ausführungen fehlte natürlich keineswegs die WM, „denn diese Mannschaft hat in Südafrika weitaus mehr präsentiert als lediglich ihre sportlichen Vorzüge“. Das Auftreten der jungen Deutschen war tadellos und zwar auf und neben dem Platz.
„Dass sich das Team dann noch aus Menschen mit Migrationshintergrund aus aller Herren Länder zusammen setzt, bedeutet für die Zukunft in unserem Land ebenso viel“, so der 49-jährige Wieslocher Rechtsanwalt. Es ist nämlich ein klares Zeichen für alle Menschen mit Migrationshintergrund: Jeder kann es in Deutschland schaffen, erfolgreich und anerkannt zu sein und die Herkunft alleine muss dabei kein Nachteil sein.
Nicht ausgespart hat der Fußballpräsident die negative Entwicklung mit der Gewalt auf den Sportplätzen. „Diese Problemstellungen müssen wir schnellstens in den Griff bekommen, denn solche Vorkommnisse bringen unsere herrliche Sportart sehr schnell in Verruf“, mahnte Ronny Zimmermann. Der Hinweis, dass es sich um gesellschaftliche Phänomene handelt, bringen recht wenig. Zimmermann:
„Wir müssen handeln, dass der Fußball nicht zur Bühne derer wird, die am Sport selbst eigentlich nicht so recht interessiert sind. Bei Jugendspiele müssen die Erwachsenen Fairplay vorleben, bei den Aktiven gehört es dazu, den Gegner inner- und außerhalb des Platzes zu achten und zu schätzen“. In vier der neun Fußballkreise wurden bereits zwölf Veranstaltungen zum Thema „Gewaltprävention“ abgehalten. „Im Herbst geht es in die restlichen fünf Kreise“ kündigt der Präsident an, „denn keiner weis, wo und wann es das nächste Mal passiert, wir wissen nur eines, dass es passieren wird und deshalb dürfen wir die Augen nicht verschließen“.
Die sportlichen Erfolge der letzten Jahre können sich bei den Vereinen wie auch bei den Auswahlmannschaften sehen lassen. Die A-Junioren von 1899 Hoffenheim holten den Deutschen Pokal in den Kraichgau, sie wurden zwei Jahre zu vor als B-Junioren Deutscher Meister, die U17-Mädchen von 1899 Hoffenheim wurden deutscher Vizemeister und der Karlsruher SC holte vor wenigen Wochen den süddeutschen C-Juniorentitel, während FC Portus Pforzheim dritter deutscher Meister beim Futsal wurde. Letzendlich spielt Hoffenheim in der Bundesliga, der Karlsruher SC ist Zweitligist und der SV Sandhausen behauptet sich in der dritten Liga.
Dreimal wurden badische Auswahlmannschaften deutscher Vizemeister und ansonsten sind Platzierungen im ersten Drittel unter 21 Verbänden an der Tagesordnung. Die Frauen-WM 2011 mit dem Spielort Sinsheim wirft bereits die Schatten voraus. „Mit rund 50 Prozent verkaufter Tickets liegt Sinsheim augenblicklich auf dem zweiten Platz hinter Frankfurt mit deutschen Spielen“ verkündete stolz Ronny Zimmermann, um ebenso zu erwähnen, „dass bei den Anmeldungen für den Wettbewerb TEAM 2011 Baden gar den ersten Rang belegt“.
Worte des Dankes fand der Präsident für viele Einrichtungen. An oberster Stelle an den DFB, der in der abgelaufenen Legislaturperiode viele Zuwendungen in die Verbände brachte: Starterpakete für Schulen und Vereine, 1.000 Minispielfelder, um nur weniges zu nennen. „Partner und Sponsoren und die beiden Bundesligisten 1899 Hoffenheim und Karlsruher SC sorgen zudem dafür, dass wir seit 1998 keine Gebührenerhöhungen beschließen mussten“ freute sich Ronny Zimmermann mit dem Zusatz: „Und auch dieses Mal stehen keine Erhöhungen auf der Tagesordnung“.
Veränderungen gibt es bei den Revisoren, wo Joachim Mellinger (Walldürn) und Lukas Edinger (Lobbach-Lobenfeld) ausgeschieden sind. Paul Gisy (Stettfeld) wurde erneut bestätigt und neu hinzukommen Markus Eberle (Mannheim) und Bernhard Hauck (Höpfingen). Die Ausgeschiedenen Michael Steidl, Dietmar Blicker, Joachim Mellinger und Lukas Edinger erhielten Präsente, während Heinz Janalik, der Präsident des Badischen Sportbundes die Gelegenheit wahr nahm, um Günter Seith mit der goldenen Ehrennadel auszuzeichnen. Er war in den letzten sechs Jahren im BSB-Präsidium und beim Sportbundtag im Mai in Urlaub. Deshalb die nachträgliche Auszeichnung auf dem Turmberg.
Präsidium (2010/13): Präsident Ronny Zimmermann (Wiesloch), Vizepräsidenten Günter Seith (Karlsruhe), Helmut Sickmüller (Wurmberg), Karl-Josef Schäfer (Mudau), Schatzmeister Peter Barth (Karlsruhe), Ehrenpräsident Gerhard Seiderer (Weingarten) sowie mit beratender Stimme Geschäftsführer Siegfried Müller (Bruchsal-Heidelsheim) und Stellvertreter Michael Lameli (Karlsruhe- Durlach).
Vorstand: Präsidium plus Rüdiger Heiss (Verbandsjugendleiter, Reichertshausen), Bruno Schilling (Verbandsgerichtsvorsitzender, Tiefenbach), Jürgen Groh (Vorsitzender Schiedsrichterausschuss, Bruchsal), Dr. Markus Schneider (Vorsitzender Satzungsausschuss, Karlsruhe), Günter Hörner (Vorsitzender Freizeit- und Breitensportausschuss, Graben-Neudorf), Peter Hofmann (Vertreter der Lizenzvereine, 1899 Hoffenheim, für Michael Steidl KSC) sowie die Kreisvorsitzenden Heiner Zeier (Tauberbischofsheim), Klaus Zimmermann (Buchen), Helmut Fromm (Mosbach), Herwig Werschak (Sinsheim), Johannes Kolmer (Heidelberg), Ralph Kirchhoff (Mannheim, für Rolf Beyer), Heinz Blattner (Bruchsal, für Dieter Siegele), Peter Scherer (Karlsruhe), Gerhard Schwörer (Pforzheim). Noch nicht ernannt ist der Vorsitzende des Qualifizierungsausschusses (bisher Rolf Blum).
BU: Peter Barth, Karl-Josef Schäfer, Ronny Zimmermann, Günter Seith, Helmut Sickmüller
Quelle: BFV
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