Großes „Kommen und Gehen“ bei den Löwen
Die „Gelbhemden“ wollen etwas aufbauen
von Sportkurier. Bei den Rhein-Neckar Löwen ist es seit Jahren das gleiche. Kaum ist die Saison zu Ende, beginnt das große Kommen und Gehen. Immer wieder stoßen neue Handballer hinzu, die mit großen Vorschusslorbeeren in der badischen Manege begrüßt werden. Bestätigen können sie das nur selten. Und es gibt ein weiteres Problem, das durch die ständige Wechselei ausgelöst wird: Es dauert lange, bis sich die Mannschaft eingespielt hat. Gerade zu Saisonbeginn ist man deshalb meist noch meilenweit von der Form entfernt, die man braucht, um in der stärksten Handball-Liga der Welt ein gewichtiges Wörtchen mit zureden. Kürzlich nach dem letzten Saisonspiel gegen Wetzlar wurden nun wieder sechs Löwen verabschiedet:
Siarhei Harbok (Moskau), Carlos Prieto (Celje), Nikola Manojlovic (Velenje), Snorri Gudjonsson, Thomas Bruhn (beide AG Handball) und Andrej Klimovets. Wobei gerade im Fall Klimovets das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Der gebürtige Weißrusse, der im Februar 2007 mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister wurde, besitzt nämlich eine Option, die es ihm erlaubt, seinen Vertrag eigenständig zu verlängern. Und diese Option hat er mittlerweile gezogen. Bei den Löwen ist man darüber alles andere als erfreut. Schließlich hat man mit Robert Gunnarsson und Bjarte Myrhol schon zwei Kreisläufer unter Vertrag. Löwen-Manager Thorsten Storm sagt: „Wir planen nicht mehr mit Andrej, das haben wir ihm bereits vor rund anderthalb Jahren mitgeteilt.“
Nach Informationen des Sportkuriers werden beide Seiten die Sache wohl mit einer Abfindung klären. Die Neuzugänge stehen ebenfalls fest: Aus Velenje wechselt Ivan Cupic ins Badische. Ein kroatischer Nationalspieler, der auf der rechten Außenbahn kaum zu bremsen ist. Vom ruhmreichen THW Kiel zieht es den Norweger Börge Lund in die SAP Arena. Lund gilt als Abwehrspezialist, doch er kann ein Spiel auch lenken. Andy Schmid kann das auch. Und zwar richtig gut. Der Schweizer dribbelte im letzten Jahr beim dänischen Erstligisten Bjerringsbro-Silkeborg über die Platte. In Dänemark wurde der Eidgenosse zum besten Saisonspieler gewählt. Und der vierte neue im Bunde stammt aus Island: Robert Gunnarsson, der vom VfL Gummersbach kommt, wird am Kreis eine Bereicherung sein.
„Das sind alles Topleute. Sie werden uns weiterbringen und hoffentlich auch bald den ersten Titel bescheren“, frohlockt Storm. Ebenfalls unter Dach und Fach sind die Verträge mit Zarko Sesum (Veszprem) und Krzysztof Lijewski (HSV Hamburg). Beide heuern nach aktuellem Stand aber erst im Sommer 2011 bei den Löwen an. Und auch mit den bisherigen Leistungsträgern wurden Gespräche geführt.
Die Resultate können sich sehen lassen: Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer, die Flügelzange der Löwen, verlängerte ihre Verträge bis 2014. Karol Bielecki, der wurfgewaltige Rückraum-Bomber, sogar bis 2015. Etliche Personalentscheidungen, mit denen ein ganz klares Ziel verbunden ist: Künftig will man auf Kontinuität setzen. Die Gelbhemden wollen etwas aufbauen. Die Leute dazu haben sie nun. Der Altersdurchschnitt wurde deutlich gesenkt. Offenbar hat man die Nase voll von satten Altstars und überlässt lieber den Jungen Wilden, den Hungrigen, das Feld.
sportkurier mannheim/heidelberg
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