Sandhausens Manager Tobias Gebert im Gespräch mit dem Sportkurier
von Sportkurier. Beim SV Sandhausen herrschte Ende des letzten Jahres nicht die beste Stimmung. Vor allem im Umfeld, sprich bei den Fans der Schwarz-Weißen, wurden Stimmen laut, die eine sofortige Entlassung von Trainer Gerd Dais forderten. Der Vorwurf: Der 46-Jährige würde die Mannschaft nicht mehr erreichen und lasse zudem mit einer veralteten Taktik spielen, die den SVS nicht mehr weiterbringen würde.
Doch das Personal des Drittligisten gab die richtige Antwort. Mit dem 3:1-Heimsieg über die SpVgg Unterhaching wurden die Kritiker ruhig gestellt. Anfang Januar ging es dann ins Trainingslager. Im türkischen Belek feilten Roberto Pinto und Co. an der Form, was sich auszahlte: Im ersten Pflichtspiel im neuen Jahr glückte prompt ein Auswärtsdreier. Die Dais-Elf siegte mit 1:0 bei Carl-Zeiss Jena, legte einen überzeugenden Auftritt hin. Der Sportkurier sprach mit Sandhausens Manager Tobias Gebert (Foto: links) über den aktuellen Stand der Dinge.
SK: Tobias Gebert, es war nun schon das zweite Mal, dass sich der SV Sandhausen in Belek auf die Rest-Rückrunde der Dritten Liga vorbereitet hat. Die Bedingungen scheinen dort ideal für ein Trainingslager zu sein…
Gebert: Ja, das sind sie definitiv. Wir haben dort ein sehr gutes Hotel gefunden, das über eine sehr gute Infrastruktur verfügt: Direkt vor dem Hotel befinden sich fünf Fußballplätze, die sich stets in einem idealen Zustand befinden. Das ist ein Riesenvorteil, denn andere Mannschaften müssen teilweise erst mit dem Bus zu den Plätzen gefahren werden. Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch, dass die Türkei innerhalb von drei Stunden mit dem Flugzeug erreichbar ist, was uns eine relativ unkomplizierte Anreise ermöglicht.
SK: Wie sind die Spieler mit den klimatischen Unterschieden klar gekommen?
Gebert: Da gab es eigentlich gar keine. In der Türkei hatten wir ebenfalls lediglich zehn bis zwölf Grad. Zudem hat es ständig geregnet (lacht). Bei einem Trainingslager in Afrika wäre das anders gewesen.
SK: Die Türkei ist ohnehin ein beliebtes "Reiseziel" deutscher Fußball-Klubs, oder?
Gebert: Ja. Und das ist auch gut so: Denn so ist es nie ein Problem, einen geeigneten Testspielgegner zu finden. Es sind immer sehr gute Teams in der unmittelbaren Nähe. Wir haben diesmal beispielsweise gegen unsere Ligakonkurrenten FC Bayern München II und die SpVgg Unterhaching getestet. Eintracht Braunschweig hatte da weniger Glück. Sie haben ihr Trainingslager in Marokko abgehalten und mussten gegen eine Theken-Mannschaft testen.
SK: Wie fällt das Hinrunden-Fazit des Managers aus?
Gebert: Ich glaube, dass wir uns eine sehr gute Ausgangsposition für das Jahr 2010 geschaffen haben. Wir blicken optimistisch in die restliche Rückrunde. Aber natürlich hätten wir trotzdem sicher auch den einen oder anderen Punkt mehr holen können. Wobei uns vielleicht auch der eine oder andere Erfolg gelückt ist, mit dem nicht zu rechnen war. Im Fußball gleicht sich oftmals eben vieles aus. Ich denke für uns ist nun alles möglich.
SK: Apropos alles möglich: Das ausgegebene Saisonziel lautet Platz vier, der zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigen würde. Ist dieses Ziel nach wie vor aktuell?
Gebert: Im Trainingslager haben wir uns zusammengesetzt und auch über dieses Thema gesprochen. Klar ist: Falls wir die nötige Konstanz in unser Spiel bekommen, stets 115 Prozent geben und unser Potenzial komplett ausschöpfen können, dann können wir sehr viel erreichen. Und werden am Ende genau dort stehen, wo wir hin wollen.
SK: Sreto Ristic, der aufgrund seiner Kopfballstärke ein sehr wichtiger Spieler im System von Gerd Dais ist, hat sich einen komplizierten Bruch des Nasenbeins zugezogen, der eine Operation unumgänglich gemacht hat. Wann wird der Sturmtank wieder eingesetzt werden können?
Gebert: Sreto hat im Testspiel gegen Nürnberg einen unglücklichen Schlag auf die Nase bekommen, der ihn sicher bis Mitte Februar außer Gefecht setzen wird. Sobald er wieder einsatzbereit ist, wird er versuchen mit einer Maske zu spielen. Etwas ähnliches haben wir ja auch schon in der Vorsaison erlebt. Damals lief unser Ex-Spieler Leandro Grech mit einer Maske auf. Was eine heikle Geschichte war. Folglich haben wir uns dieses Mal dazu entschlossen, zu reagieren. Wir haben uns mit Matias Esteban Cenci vom FSV Frankfurt verstärkt. Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie Sreto.
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