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Viel Höhen und Tiefen bei den Rhein-Neckar Löwen

Auch in dieser Spielzeit ohne Titel

von Sportkurier. Für die Rhein-Neckar Löwen war es eine Saison mit Höhen und Tiefen. Doch in Erinnerung werden vor allem die Tiefen bleiben: Die Pleiten gegen die Berliner Füchse, die Schmach in Nettelstedt und natürlich auch die ernüchternden Niederlagen gegen die SG Flensburg-Handewitt. Die gerade Thorsten Storm, den Manager des badischen Rudels, mächtig genervt haben dürfte. Schließlich hatte er an der Ostsee lange das Kommando, führte geschickt Regie:

Neben der deutschen Meisterschaft anno 2004, stemmte er auch drei Mal den DHB-Pokal (2003, 2004 und 2005). Storms Bilanz kann sich also sehen lassen. Und auch bei den Löwen wollte er seine Erfolgsgeschichte fortsetzen, als er 2007 in den Süden der Republik wechselte: Spätestens in der kürzlich zu Ende gegangen Saison sollte der erste Titel her. Geklappt hat's nicht. In der Bundesliga reichte es sogar nur zu Platz vier – und auch das nur mit viel Dusel. Das Hauptproblem der Gelbhemden war offensichtlich. Die Konstanz fehlte. Die Starauswahl schien insbesondere gegen die vermeintlich Kleinen nicht voll bei der Sache zu sein. Motivationsprobleme nennt man so etwas. Löwen-Manager Thorsten Storm will das nicht so stehen lassen.

Er sagt: „Wir haben gute Charaktere in unserer Mannschaft. Niemand bei uns verliert gerne und schon gar nicht mit Absicht. Ich denke, dass wir nun ein Gerüst haben, auf das wir aufbauen können und in Zukunft dadurch auch mehr Stabilität bekommen. Es gibt immer auch Verträge und Voraussetzungen, die nicht von heute auf morgen zu verändern sind.“ Dass sie einiges drauf haben, haben sie ja bekanntlich mehrfach bewiesen. Vor allem in der Champions League legte man begeisternde Auftritte hin. Das Viertelfinal-Duell gegen den THW Kiel drängt sich diesbezüglich förmlich auf.

Die Löwen schrammten nur hauchdünn am Halbfinale vorbei, sprich am erstmals in Köln ausgetragenen Final-Four-Turnier der besten vier europäischen Mannschaften. „Letztlich haben wir gegen die Mannschaft verloren, die sich am Ende die Champions-League-Krone aufgesetzt hat“, erklärt Storm, „ich denke damit kann man leben.“ Ein weiterer Lichtblick war das Abschneiden im DHB-Pokal. Hier zogen die Löwen ins Final-Four-Turnier nach Hamburg ein, wo sie nun bereits zum fünften Mal ihr
Können unter Beweis stellten. Und auch in der Hansestadt ging die Erfolgsgeschichte weiter: Im Halbfinale wurde der VfL Gummersbach deutlich abgewatscht. Das Finale entwickelte sich dann zur Nervenschlacht, die der HSV nach einer packenden Begegnung, die erst in der Verlängerung entschieden wurde, mit 34:33 für sich entschied. Folglich schrammte das Rudel nur hauchdünn am ersten Titel der Vereinsgeschichte vorbei.

Storm sieht es ähnlich: „Das war haarscharf.“ Doch letztlich werden insbesondere die Negativerlebnisse haften bleiben. Gerade bei den Fans, die sich über die schwankenden Leistungen maßlos geärgert haben. Irgendwie glichen die Löwen einer Wundertüte: Völlig unberechenbar, völlig instabil. Das einzig Konstante war die
eigene Inkonstanz. Für Storm sind die Schwankungen nur bedingt überraschend: „Wir haben kurzfristig auf die schwere Verletzung von Grzegorz Tkaczyk reagieren müssen und mussten einiges kurzfristig ändern aufgrund der Umstände vor dieser Saison. Zudem sind wir leider schwer in Tritt gekommen. Dazu kam ein neues Spielsystem unter unserem Trainer Ola Lindgren. Einige Spieler haben dazu in dieser Saison ihre Topform leider nicht immer abgerufen.“

Was bleibt ist die Zuversicht, dass es in der kommenden Saison besser läuft, dass es endlich klappt mit dem ersten Titelstreich der Badener. Storm ist diesbezüglich zuversichtlich. Er traut dem neuformierten Kader viel zu, sagt: „Unser Team wird besser und wird daher auch besser spielen.“ So bleiben wie sie sind, sollen insbesondere Karol Bielecki, Uwe Gensheimer und Bjarte Myrhol. Alle drei sind laut ihres Managers die Gewinner der Saison: „Sie haben sich stark präsentiert und gut entwickelt.“

sportkurier mannheim/heidelberg

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