Der Landesligist ist mit Cheftrainer Weber gut in die Saison gestartet
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- Hauptkategorie: Landesliga
- Kategorie: VfL Neckarau
- Erstellt am Samstag, 24. September 2011 09:40
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Unter der Woche Trainer beim VfL Neckarau, bei Turnieren im Trainerstab der spanischen Nationalmannschaft SPORTKURIER. Nach dem grandiosen Aufstieg des VfL Neckarau von der Kreisliga Mannheim in die Landesliga Rhein-Neckar wird die Erfolgsgeschichte aktuell fortgesetzt.
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Mit Cheftrainer Richard Weber, der auch noch Jugendkoordinator ist, und Co-Trainer Lacky Paschaloglou, der zudem die Funktion als Sportvorsitzender und Spielausschuß begleitet, hat man Verantwortliche in der sportlichen Führung, die akribisch und systematisch mit dem Team arbeiten.
Es war die Spielzeit 2009/2010 als sich der damalige Kreisligist von Trainer Timo Zahnleiter trennte und Richard Weber das Amt übernahm. Nach einer tollen Rückserie mit nur einer einzigen Niederlage, belegten die Neckarauer den 8. Tabellenplatz. In der darauffolgenden Spielzeit wurde das Gespann Weber/Paschaloglou mit dem Team bei 23 Siegen, 3 Remis und 4 Niederlagen und einem Torverhältnis von 100:22 Treffern vor dem starken VfB Gartenstadt, Meister der Kreisliga Mannheim.
Bis auf Christopher Hellmann, der sogar den Sprung in das Oberligateam des FC Astoria Walldorf schaffte, blieb die Mannschaft zusammen. Hellmanns sportlicher Werdegang macht nicht nur Weber stolz, sondern es ist ein Indikator für die hervorragende Jugendarbeit, die beim VfL Neckarau seit Jahren geleistet wird.
Nun ist der VfL auch in die Landesliga-Saison sehr gut gestartet. Nach dem 6:4 Sieg am vergangenen Wochenende über die SpVgg. Ketsch, belegt Webers Team Platz zwei der Tabelle. Der Sportkurier hat sich mit Lacky Paschaloglou und Richard Weber unterhalten.
Sportkurier: Die gute Platzierung in der Landesliga. Zufall und nur eine Momentaufnahme, oder überrascht Sie das nicht wirklich?
Weber: (FOTO LINKS) Sicherlich sind wir überrascht, nach 7 Spieltagen auf einem 2. Platz zu stehen. Die sportliche Zielsetzung geht für uns als Aufsteiger eher in Richtung gesichertes Mittelfeld.
Paschaloglou: Wir haben schon in der Kreisliga eine sehr spielstarke Mannschaft gehabt und mir war klar, dass wir auch in der Landesliga auf jeden Fall einen guten Mittelfeldplatz erreichen können. Die hervorragende Arbeit von Richard Weber trägt Früchte und es ist eine stetige Weiterentwicklung in der Mannschaft erkennbar.
Sportkurier: Der VfL Neckarau ist für seine starke Jugendarbeit bekannt. Liegt hier der Schlüssel zum Erfolg?
Paschaloglou: Auf jeden Fall! Wir haben nach dem SV Waldhof die beste Jugendarbeit im Fußballkreis Mannheim. Der Zulauf Jugendlicher ist enorm und wir bieten den Nachwuchsspielern hier in Neckarau hervorragende Trainingsmöglichkeiten und gut ausgebildete Trainer. Ein großer Teil unserer Spieler kommt aus der eigenen Jugend, darauf sind wir stolz.
Weber: Ich habe schon immer sehr gerne mit jungen Leuten gearbeitet. Früher beim FV Brühl und später hier beim VfL Neckarau, bevor ich das Angebot bekam die erste Mannschaft zu übernehmen. Die Identifikation ist natürlich von einem Spieler der hier in der Jugend das Rüstzeug für einen Fußballer mitbekam, deutlich höher, als bei jemandem der im Aktivenalter zu uns kommt. Als Jugendkoordinator im Verein, liegt mein Hauptaugenmerk auch auf der Förderung von Talenten.
Sportkurier: Wie schätzen Sie beide aktuell die neue Spielklasse ein?
Weber: In der Landesliga wird schon guter Fußball gespielt. Es gibt sicher einige Teams die eine gute Qualität haben. Und es kann in der Spielklasse an einem guten Tage wohl "jeder" - "jeden" schlagen.
Paschaloglou: Vor allem sind sie unberechenbar, wenn man gegen Teams wie z.B. den SV Sandhausen spielt. Wir haben dort 4:0 verloren, da die Qualität an diesem Tage besonders gut war beim SV Sandhausen. Wenn da 5-6 Spieler aus dem Kader des Drittliga-Teams mitspielen, dann ist es schwer auf Augenhöhe zu spielen. In solchen Spielen ist unsere Mannschaft auch einfach noch zu unerfahren, lernt aber dazu.
Weber: Natürlich ist die Landesliga in der Breite anders, als die Kreisliga. Jedes Spiel ist schwer und wir müssen 100 Prozent abrufen, um auch zu punkten. Die Mannschaft zieht hervorragend mit beim Training und wir setzen auch variable Trainingsformen ein (Fitness- und Spinningtraining). Ich beobachte sehr genau und analysiere die Fehler, die wir machen. Wir versuchen dann das Negative in bestimmten Spielformen zu verbessern.
Sportkurier: Das hört sich alles schon recht durchdacht und professionell an.
Paschaloglou: (FOTO LINKS) Tatsache ist: wir wollen durch unsere tolle Jugendarbeit, möglichst sehr viele talentierte Spieler in unserem Club halten. Die "fußballerische" Ausbildung bürgt am Ende für eine gute Qualität. Und diese wollen wir uns auch zunutze machen. Mit der 1. Mannschaft mittelfristig in der Verbandsliga zu spielen und mit der 2. Mannschaft in der Kreisliga, das sind unsere Ziele. Zu beachten wäre: Wir spielen mit allen Jugendmannschaften in den Verbandsligen und mit unseren zweiten Jugendmannschaften in den Landesligen. Das interne Netzwerk funktioniert jetzt schon ganz gut.
Sportkurier: Herr Weber, wir haben gehört, Sie hätten einen Bezug zur spanischen Fußballnationalmannschaft. Was hat es da auf sich?
Weber: Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hatte die FIFA eine Ausschreibung gemacht. Es wurden Betreuer mit bestimmten Kenntnissen für die einzelnen Nationalteams gesucht und darauf hatte ich mich beworben, wurde glücklicherweise unter 20.000 Bewerbern genommen.
Sportkurier: Respekt! Spanien schied ja leider 2006 früh aus.
Weber: Ja, leider. Danach wurde ich von der spanischen Verbandsdelegation zu Spielen von CF Barcelona, Real Madrid und FC Valencia eingeladen. Die Mannschaft der Spanier und die Delegation wollten sich so für die nette und gute Betreuung bedanken. Da sind zum Teil auch echte Freundschaften entstanden.
Sportkurier: Das heißt Sie kennen natürlich auch viele spanische Nationalspieler.
Weber: (lacht) Ja, ich kenne alle Nationalspieler persönlich. Ob Andrés Iniesta, Xavi oder Sergio Ramos. Ich bin dann nach der WM 2006 vom spanischen Verband angesprochen worden, ob ich Interesse hätte, im Trainerstab des spanischen Nationalteams mitzuwirken. Dies mache ich jetzt seit 5 Jahren mit viel Freude. Bei der EM 2008 und WM 2010 in Afrika war ich dabei und habe Spielbeobachtungen, aber auch Videoanalysen für Nationaltrainer Vicente Del Bosque durchgeführt. Aktuell habe ich noch einen 2- Jahresvertrag mit dem spanischen Fußballverband. Werde bei den Qualifikationsspielen und der nächsten Europameisterschaft teilnehmen.
Sportkurier: Hört sich unglaublich an. Sozusagen unter der Woche Trainer beim Landesligisten VfL Neckarau und bei großen Turnieren im Trainerstab der spanischen Fußball-Nationalmannschaft, des amtierenden Fußball-Weltmeisters. 
Weber: Ja, hört sich unglaublich an, ist aber so.
Sportkurier: Haben Sie da als Trainer nicht noch höhere Ambitionen?
Weber: Ich lebe hier, arbeite hier und mir macht die Arbeit mit jungen Spielern Spaß. So lange das Umfeld hier beim VfL Neckarau so toll ist, hege ich keine Ambitionen, etwas anderes zu machen. Angebote kamen schon von höherklassigen Vereinen, diese habe ich aber ausgeschlagen.
Sportkurier: Wieder zurück zum VfL Neckarau. Wie sieht es da im Umfeld des Clubs aus?
Paschaloglou: Sehr gut. Der Vorstand und die Abteilung arbeiten Hand in Hand, ansonsten würde das nicht so gut funktionieren. Wir zahlen hier in Neckarau kein "großes" Geld, das können wir uns gar nicht leisten. Viele Spieler wissen um die gute Vereinsführung, den guten Trainingsbedingungen und der guten, sportlichen Ausbildung durch unseren Chefcoach Richard Weber. Alles Gründe um nicht auf den ein oder anderen Euro zu blicken.
Weber: Die Rahmenbedingungen stimmen einfach. Man muss sehen was nun diese Saison drin ist. Wie gesagt, das Team ist sehr jung und wird sich weiterentwickeln. Es wird aber auch den ein oder anderen Rückschlag hinnehmen müssen.
Sportkurier: Der nächste Gegner ist der FV Nußloch. Mit einem Sieg könnte der Sprung an die Tabellenspitze gelingen.
Weber: (lacht) Na, dann wollen wir das versuchen. Wir gehen immer mit der Einstellung in die Spiele, auch gewinnen zu wollen.
Sportkurier: Vielen Dank Herr Paschaloglou und vielen Dank Herr Weber, für das sehr interessante Interview.












