Samstag 19 Mai 2012

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Ein Neulußheimer in der Talentschmiede des Karlsruher SC

Levin Progl: "Ich will Profifußballer werden"

SPORTKURIER. Fragt man junge Fußballtalente nach ihren Träumen, dann hört man sehr oft: "Ich will mal Fußballprofi werden." Ja, aber ganz so einfach ist der Weg nicht, ganz nach oben. Eine gute Grundausbildung bei einem höherklassigen Verein ist ein ganz wichtiger Baustein, auf einer etwaigen Karriereleiter.

In der Rhein-Neckar Region gibt es hierfür aktuell zwei Vereine, die Jugendfußball auf höchstem Niveau anbieten und eben über dieses "Know-How" der optimalen Ausbildung verfügen. Das ist die TSG 1899 Hoffenheim und das ist der SV Waldhof Mannheim 07.

Beide Vereine spielen mit ihren Teams fast durchweg in den höchsten Spielklassen. Das Scouting beider Clubs ist hervorragend und kaum ein Talent aus der Region kann sich der Notizbücher der Spielerbeobachter entziehen. Bei Levin Progl ist es anders. Da waren andere einen "Tick" schneller oder hatten mehr "Fortuna", sich einen talentierten Spieler zu angeln. Es ist vom Karlsruher SC die Rede und von Levin Progl aus Neulußheim. Das Torwarttalent spielt seit der Saison 2010/11 beim Nachwuchs des Zweitligisten. Sie werden sich fragen: "Progl, den Namen habe ich doch schon gehört." Ja, so ganz unbekannt ist dieser Name nicht. Vater Timo Progl war selbst ein guter Fußballer und spielte viele Jahre Landesliga und Verbandsliga, hatte sogar in ganz jungen Jahren einige Einsätze in der Oberliga.

Danach war er erfolgreicher Spielertrainer und stieg mit dem MFC Phönix Mannheim und Rot Weiß Rheinau von der Kreisklasse A in die Kreisliga auf. Aber wieder zu seinem Sohn Levin. Im zarten Alter von 5 Jahren nahm ihn Papa Timo mit zur Phönix Mannheim. Bei den Bambinis wollte "Klein-Levin" auf dem Felde für Furore sorgen, aber als Spieler hatte er so seine Schwierigkeiten.

Timo Progl: "Er war läuferisch und technisch nicht gerade beschlagen. Wir haben ihn dann mal in's Tor gestellt und da war klar, das war seine Position", so sein Vater. Über die Station MFC Phönix Mannheim ging es nach Hockenheim zum FV 08. Dort spielte Levin im Tor der "Rennstädter" bis zum 2. Jahrgang der D-Jugend. Dann hatte sich der SV 98 Schwetzingen bei  dem Torwarttalent  gemeldet. Nach einigen Probetrainings wollten ihn die Schwetzinger haben. So spielte Levin für den SV 98 Schwetzingen in der C-Jugend junger Jahrgang, in der Landesliga. "Die Runde lief ganz gut, insbesondere die Hallenturniere. Progl: "Da haben wir manches Turnier gewonnen und standen gegen den Karlsruher SC sogar im Finale des Futsal-Cups. Leider verloren wir mit 2:1 Toren", blickt der Gymnasiast zurück. Vater Timo Progl: "Zwei Wochen nach diesem Turnier wurde mein Sohn mit noch zwei anderen Spielern vom SV 98 Schwetzingen zur Sichtung beim KSC eingeladen.

Nach mehreren Probetrainings, bekam er das Angebot zum Karlsruher SC zu wechseln", so sein Vater, der Sohn Levin nicht nur fördert und betreut, sondern auch nahezu seine ganze Freizeit für das Hobby seines Sohnes einbringt. Nachdem die Familie beratschlagt hatte, wechselte Levin zum KSC. Da er in Karlsruhe das Sportgymnasium besuchen durfte, machte es den Entschluß leichter für die Familie. "Ich fahre Morgens mit dem Zug zur Schule und habe dort auch Hausaufgabenbetreuung - werde dann auch zum Vormittagstraining freigestellt, was in der Regel zweimal wöchentlich vorkommt. Das ist natürlich perfekt", weiß Levin diese Vorzüge zu schätzen.

Das erste Jahr beim KSC hatte "Licht und Schatten" für ihn. Er spielte im älteren Jahrgang C-Junioren in der Regionalliga. Bis zum 4. Spieltag der Rückserie verlief auch alles gut, dann kam eine Verletzung.

"Ich habe mir einen Außenbandriss zugezogen. Im Endeffekt hatte ich zuviel trainiert. Neben den normalen Einheiten stand ich noch der B- und A- Jugend bei Trainings zu Verfügung. Heute weiß ich meinen Körper besser einzuschätzen", ist Progl bewusst, was verkehrt war. "Nach meiner Verletzung ging es ja eine Altersklasse höher in die B-Jugend.

Da wurde mir dann auch eröffnet, dass ich derzeit als Nr. 3 im Kader gesehen wurde. Die Verletzung hatte mich da schon zurückgeworfen", war das eine nicht ganz so leichte Zeit für den Neulußheimer. Progls Ehrgeiz war geweckt und er trainierte hart und auch gut.

Bekam bei Vorbereitungsturnieren auch seine Einsatzzeiten und konnte sich am Ende aufgrund sehr guter Leistungen, von der prognostizierten Nr. 3 zur Nr. 1 durchsetzen. In der Oberliga Baden-Würtemberg belegt die U 16 aktuell einen Mittelfeldplatz. Progl: "Unser Trainer Tino Naumann hat uns einen "Zwei-punkte Schnitt" vorgegeben. Den konnten wir bisher nicht ganz realisieren", ist der Torwart nicht ganz zufrieden. Auch in der Badischen Auswahl hatte Progl schon einige Einsätze und Länderkämpfe bestritten.

Durch die Verletzung hatte er Trainingsrückstand und wurde nicht für die "Deutschen Meisterschaften" in Duisburg-Wedau nominiert, stand später auf Abruf.  In der kommenden Saison wird Levin im Tor der U 17 des Karlsruher SC stehen und die spielen in Deutschlands höchster Spielklasse. "Ich habe da gute Chancen als Nr. 1 im Tor zu stehen. Sich mit den besten U 17-Teams Deutschlands zu messen, da freue ich mich drauf", blickt Levin voraus. Sein großes Ziel ist es, mit bestechenden Leistungen in der U 17- Bundesliga Aufmerksamkeit zu erregen und eventuell in die Notizbücher des DFB zu gelangen.

Sein Vater Timo, Opa Josef und Oma Elisabeth begleiten das ehrgeizige Torwarttalent wann immer es geht auch zu den Spielen. Levin weiß den Einsatz der Familie sehr zu schätzen und ist dankbar für die Unterstützung. Auf die Frage nach Hobbys: "Ich habe groß keine weiteren Hobbys, da fehlt mir schlichtweg die Zeit dafür. Schule - jeden Tag Training und dann die Zugfahrt nach Hause - da wird es schon immer abends 21:30 - 22.00 Uhr. Und dann beginnt das Spiel am nächsten Morgen schon wieder von vorne.

Ich bin sehr froh, dass mein Vater mich oft vom Training abholt, die Strecke Neulußheim-Karlsruhe-Neulußheim auf sich nimmt, und ich nicht immer mit dem Zug fahren muss", kennt Levin die Vorzüge des privaten Fahrdienstes. Und als wir das Torwarttalent abschließend nach seinem Lieblingsclub fragen: "Das ist erstmal der Karlsruher SC. Hier spiele ich und hier fördert man mich. Mein Lieblingsverein in der 1. Liga ist Borussia Mönchengladbach und dort einmal im Tor zu stehen, das ist mein ganz großer Traum.

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