Samstag 19 Mai 2012

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FCK-Stürmer Richard Sukuta-Pasu

Ein Talent will beim 1. FC Kaiserslautern den Durchbruch schaffen

SPORTKURIER. So ganz rund läuft es für den 1. FC Kaiserslautern in dieser Bundesliga-Saison noch nicht. Vor allem der lange bekannte Verkauf von Torjäger Srdjan Lakic (nach Wolfsburg) hat dem Pfälzer Traditionsverein zwar viel Geld gegen die finanzielle Schieflage des Vereins, doch ebenso ein Problem im Angriff beschert und so sucht Trainer Marco Kurz noch die richtige Mischung.

Offensichtlich ist dies in der aktuellen Bundesligatabelle: während die Abwehr des FCK mit nur 17 zugelassenen Treffern ins obere Tabellendrittel gehört, ist der Angriff der Pfälzer mit 10 Treffern der zweitschlechteste der Bundesliga, nur vor dem von Aufsteiger FC Augsburg (9).  

Itay Shechter heißt der große Hoffnungsträger, der sein Können im Sturmzentrum bisher immer wieder aufblitzen ließ. Jedoch muss sich Shechter immer noch an das hohe Niveau der Bundesliga herantasten, um seine Leistungen in Zukunft konstant abzurufen. Das gleiche gilt auch für Dorge Kouemaha, der ein wenig an den Prototyp eines bulligen Stoßstürmers erinnert, der aber sein Torjäger-Gen noch nicht entdeckt hat. Fast schon ein wenig vergessen wirkt dabei der aus Leverkusen verpflichtete Richard Sukuta-Pasu. Zwar durfte Sukuta-Pasu in allen 12 Partien sein Können zeigen (560 Spielminuten), doch wurde er auch sechsmal ein- und dreimal ausgewechselt. Auf einen Torerfolg wartet er noch vergebens, drei Vorlagen stehen nur auf seinem Scorer Konto.

Warum nun gerade Sukuta-Pasu ein Leistungsträger im Sturm des 1. FC Kaiserslautern werden sollte, lässt sich recht einfach beantworten mit seinem Auftritt beim DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt: er ist immer wieder zur richtigen Zeit da und erzielt die wichtigen Treffer. Schon in den Nachwuchsnationalmannschaften des DFB war er regelmäßig zu den Stammspielern und wichtigen Torschützen zu zählen. Seit der U17 spielt der Sohn einer Französin und eines Kongolesen für die Mannschaften des DFB und ist aktueller U21-Nationalspieler. Wie wichtig er sein kann, wenn er das Vertrauen seines Trainers spürt, zeigte er bei mehreren Gelegenheiten. Bei der U17 EM in Belgien 2007 gelang ihm kurz vor Spielende das entscheidende 3:2 gegen die Niederlande im Spiel um Platz 5, was auch die Qualifikation für die U17-WM bedeutete. Bei der U19 Europameisterschaft 2008 in Tschechien, bei der er als jüngster Teilnehmer im DFB-Dress teilnehmen durfte, war er ebenso der entscheidende Mann.

Zum Halbfinale kam er in den Kader der U19 nach einer Sprunggelenksverletzung im zweiten Gruppenspiel zurück und schoss in der Verlängerung das entscheidende 2:1 gegen Gastgeber Tschechien. Im Finale war er ebenfalls zur Stelle und erzielte in der 61. Minute das vorentscheidende 2:0 (Endstand 3:1). Auch in der U20 und U21 Nationalmannschaft zählte Sukuta-Pasu zu den Stammspielern und konnte mit seiner Spielweise immer wieder den jeweiligen Nationaltrainer begeistern.

Dass sich ein Erfolg in der Nachwuchsnationalmannschaft nicht automatisch auf den Verein und die Bundesliga übertragen muss, dafür gibt es einige Beispiele. Benjamin Auer ist beispielsweise einer der erfolgreichsten Torschützen für die U21 Nationalmannschaft gewesen (dritterfolgreichster hinter Pierre Littbarski und Heiko Herrlich), doch mehr als oberes Zweitliganiveau konnte er in seiner Bundesligakarriere nicht zeigen.

So muss auch Sukuta-Pasu, dem ein so renommierter Trainer wie Jürgen Gelsdorf eine große Zukunft prophezeite („robuster Stürmer mit großem fußballerischen Talent“), weiter hart an sich arbeiten, um auch zum Leistungsträger in der Bundesliga zu avancieren. Nicht durchsetzen konnte Sukuta-Pasu sich allerdings bei Bayer Leverkusen und dem FC St. Pauli, wo er hauptsächlich in den Nachwuchsmannschaften spielte und auf nur wenige Spiele im Kader der Bundesligamannschaft kam.

Dass dies ein wenig am Selbstvertrauen eines so jungen Spielers nagt, das liegt in der Natur der Dinge. Dass Sukuta-Pasu vielseitig im Angriff einsetzbar ist, ist sein großer Vorteil gegenüber Shechter und Kouemaha. Nicht nur im Zentrum, sondern aufgrund seiner Laufstärke auch auf den Außenbahnen hinter der Spitze im Sturmzentrum, ist der U21-Nationalspieler einsetzbar. Von der Statur her ist er genauso gut im Sturmzentrum einsetzbar, wo man sich durchsetzen muss – auf der Außenbahn, wo sich eher schlanke, flinke Spieler auszeichnen können, ist diese kräftige Statur ein unschätzbarer Vorteil. So bleibt zu hoffen, dass Trainer Marco Kurz dem Nachwuchsstürmer in Zukunft mehr Vertrauen schenkt, sowie Einsatzzeiten über die volle Distanz, damit er dem FCK und seinen Fans beweisen kann, was wirklich in ihm steckt.

Foto: Marc Schüler

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