Freddy Brathwaite auch als 40-er noch ein Adler?
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- Hauptkategorie: Eishockey
- Kategorie: Adler Mannheim
- Erstellt am Mittwoch, 22. Februar 2012 08:58
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Felix Brückmann darf nicht einrosten
SPORTKURIER/R.K. Kaum eine Position innerhalb eines Eishockey-Kaders wird derart kontrovers diskutiert wie die des Torhüters. Der Volksmund sagt, dass ein starker Goalie 70 Prozent des Erfolges einer Mannschaft ausmacht. |
Nun haben die Mannheimer Adler seit der Verpflichtung des 255-fachen NHL-Goalies Fred Brathwaite (Foto oben links) im Sommer 2008 zwar nur einmal das Halbfinale erreicht, doch - Ausnahmen bestätigen die Regel - am Torhüter lagen die mageren Jahre wahrlich nicht.

Am Ende seines ersten Jahres in Deutschland überragte der in Ottawa beheimatete und auf Barbados geborene "Freddy" die komplette Konkurrenz und wurde zum DEL-Spieler des Jahres gewählt. In den beiden folgenden Spielzeiten hielt die "Krake" im Adler-Tor kaum weniger stark. Erst im vergangenen Sommer kamen Diskussionen über die Leistungsfähigkeit und Fitness des seit November 39-jährigen hoch.
Woran der Klub nicht ganz schuldlos war, wurden doch die Gründe über Brathwaites Fehlen während einer langen Phase der Vorbereitungszeit etwas ominös mit "Oberkörperverletzung" umschrieben. Was Raum für Spekulationen ließ: Von einer Leistenzerrung bis zu einer Herzmuskelentzündung rankten sich die Gerüchte.
Andere wiederum mutmaßten, der Torhüter habe schlichtweg "den Sommer über nichts gemacht" und deshalb erst mal an seiner Fitness arbeiten müssen.Was wiederum Harold Kreis nicht hinderte, die Saison Mitte September in Hamburg mit Brathwaite zu
beginnen.
Ab dem 2. Spieltag hütete jedoch Talent Felix Brückmann (Foto rechts unten), inzwischen 21 Jahre alt, das Adler-Tor und das wahrlich nicht schlecht. Die erste von zwei - je sieben Spiele währenden Sieges-Serie ging auf das Konto des ehemaligen Jungadlers, der aus Breisach nahe Freiburg stammt und seit 2006 zur Adler-Organisation gehört.
Wenngleich der obligatorische "November--Blues" auch eine Krise von Brathwaite war, blieb die Nummer eins unangetastet. Harold Kreis ist bekannt dafür, konservativ aufzustellen. Seine Absicht, Brückmann in den Wochen mit Dienstag-Spieltagen zu weiteren Einsätzen zu verhelfen, wurde durch eine
Oberkörperverletzung und später eine Nebenhöhlenentzündung beim Nachwuchsmann zerstört, so dass in einigen Spielen gar der völlig ohne Spielpraxis gebliebene Philip Lehr (18) als Backup Platz nehmen musste.
Aufgrund der durch die 2. Bundesliga aufgekündigten Förderlizenzvereinbarung wurde der gebürtige Berliner Lehr beim Oberligisten Bad Nauheim statt in Heilbronn "geparkt".
Inzwischen ist Brückmann längst gesundet, Brathwaite nach einer glanzvollen Dezember-Serie mit 203 Minuten ohne Gegentor aber nicht mehr ganz unantastbar. Trotz weiterhin großartiger Reflexe ging in den letzten Wochen vor allem in Auswärtspartien hinter einer nicht immer konsequent aufräumenden Defensive das eine oder andere Gegentor auf seine Kappe. Vor dem Hintergrund, in den nahenden Play-offs nicht einen überspielten Torhüter zur Verfügung zu haben, mehren sich die Stimmen, Brathwaite zu mehr Pausen zu verhelfen.
Der wieder hat im Gegensatz zu früheren Jahren relativ früh durchblicken lassen, gerne noch ein Jahr bei den Adlern dranzuhängen. Bisher verhielt sich der Klub zu diesem Vorhaben reserviert.
Im Sinne eines sukzessiven Neuaufbaus und der vorhandenen Kontakte zu Nationalkeeper Dennis Endras, der bei den Minnesota Wild als Nummer vier nach Finnland ausgeliehen wurde, böte sich zu günstigeren Konditionen eine elegante Lösung an. Die Adler hätten bei einer zwangsweise zu reduzierenden Ausländerlizenz weiterhin einen starken Rückhalt im Tor und Brückmann müsste nicht resignieren. Der junge Mann hat seinen Vertrag schließlich vor kurzem bis 2014 verlängert.
Fotos: Rhein-Neckar Picture












